Die Abarbeitung der vollen Auftragsbücher rückt beim Rüstungskonzern Rheinmetall zunehmend in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Zwar wächst der Bestand an Bestellungen kontinuierlich weiter, doch am Markt mehren sich Zweifel an der Umsetzungsgeschwindigkeit der langfristigen Umsatzziele. Am gestrigen Montag ging die Aktie mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 971,00 Euro aus dem Handel.
Wachsender Auftragsberg schürt Umsetzungsrisiken
Im laufenden Jahr steht bei dem Düsseldorfer Konzern ein Kursverlust von 37 Prozent seit Jahresanfang zu Buche.
Nach Einschätzung der Analysten des Analysehauses MWB Research dürfte das Orderbuch bis zum Jahresende zwar die Marke von 100 Milliarden Euro übersteigen. Gleichzeitig stünden jedoch erhebliche Herausforderungen bei der tatsächlichen Umwandlung dieser Aufträge in bilanzielle Umsätze im Vordergrund.
Vor allem die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2028 stufte das Analysehaus als zu ambitioniert ein. Als wesentliche Belastungsfaktoren gelten mögliche Lieferverzögerungen sowie operative Engpässe bei der termingerechten Fertigung. Für Marktteilnehmer steht daher weniger das Hereinholen neuer Verträge im Fokus als vielmehr die Fähigkeit des Konzerns, die bestehenden Verpflichtungen ohne Reibungsverluste abzuarbeiten.
Zuwachs im Kerngeschäft und neue Förderprojekte
Dass der Bestelleingang ungebrochen hoch bleibt, zeigten bereits die vorangegangenen Wochen. So sicherte sich Rheinmetall Mitte September einen Auftrag eines internationalen Kunden über eine niedrige fünfstellige Stückzahl von 155-mm-Artilleriemunition. Das Vertragsvolumen bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wobei die Auslieferung für das Jahr 2027 vorgesehen ist.
Neben dem militärischen Kernbereich meldete das Unternehmen auch Fortschritte bei industriellen Entwicklungsprojekten. Für die Tochtergesellschaft Pierburg Pump Technology bewilligte die Sächsische Aufbaubank Fördermittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für den Standort Hartha.
Rheinmetall plant dort für das sogenannte NanoLink-Projekt, das sich der industriellen Fertigung von NanoLam-Kondensatoren widmet, Gesamtinvestitionen von über 4,4 Millionen Euro.
Die jüngsten Initiativen unterstreichen das breite Spektrum der laufenden Programme. Ob diese Vorhaben und der hohe Auftragsbestand ausreichen, um der Aktie neuen Auftrieb zu verleihen, hängt maßgeblich von den Fortschritten bei den Lieferketten und den Produktionskapazitäten in den kommenden Quartalen ab.
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