Startseite » Europa-Märkte » Rheinmetall Aktie: 350 Millionen für Firepower-Projekt

Rheinmetall Aktie: 350 Millionen für Firepower-Projekt

Rheinmetall startet mit dem Projekt Firepower den Ausbau der Munitionsproduktion. Analysten sehen trotz Kurszielsenkung Potenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Grundsteinlegung für Pulverfabrik-Erweiterung
  • Investitionsvolumen von 350 Millionen Euro
  • Kapazitätsziel von einer Million Modulen
  • Analyst senkt Kursziel auf 1.300 Euro

Rheinmetall treibt den Ausbau seiner Munitionsproduktion voran. Am Mittwoch legte der Konzern den Grundstein für die Erweiterung der Pulverfabrik in Aschau am Inn. Das Projekt trägt den Namen „Firepower“ und sieht eine Investition von rund 350 Millionen Euro vor. Ziel ist es, die Kapazität bis 2028 auf über eine Million Treibladungsmodule pro Jahr zu steigern.

Ausbau in Aschau als Antwort auf anhaltende Nachfrage

Die Erweiterung des Werks in Aschau am Inn zählt zu den größten Einzelinvestitionen des Konzerns in der laufenden Aufrüstungswelle europäischer Streitkräfte. Mit der geplanten Kapazität von über einer Million Treibladungsmodulen jährlich will Rheinmetall seine Position als zentraler Zulieferer für Artilleriemunition festigen. Die Grundsteinlegung markiert den Beginn der Bauphase, die konkrete Kapazitätssteigerung soll erst 2028 erreicht sein – ein Zeithorizont, der die langfristige Ausrichtung des Konzerns auf steigende Nachfrage unterstreicht.

Für Anleger bleibt die Frage, wie sich derartige Kapazitätsinvestitionen mit der aktuellen Kursentwicklung vereinbaren lassen. Am Freitag schloss die Aktie bei 1.032,60 Euro, nach einem Tagesgewinn von 1,29 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von 5,34 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass sich der Titel von seinen jüngsten Tiefs zumindest kurzfristig erholt.

Nachwirkungen der F126-Absage belasten weiterhin

Der mittelfristige Trend bleibt dennoch angeschlagen. Anfang Juli hatte das Bundesministerium der Verteidigung das Milliardenprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 an den Wettbewerber ThyssenKrupp Marine Systems vergeben. Rheinmetall ging bei der Vergabe leer aus. Die Nachricht über das Scheitern des Projekts hatte bereits im Juni einen Kursrückgang von 18,7 Prozent ausgelöst – ein Einbruch, dessen Spuren sich bis heute in den technischen Indikatoren zeigen. Der Titel notiert derzeit rund 7,56 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und liegt mehr als 30 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Der Rückschlag bei der Marinesparte zeigt, dass Rheinmetall trotz voller Auftragsbücher im Landsystembereich nicht vor Enttäuschungen gefeit ist. Die Diversifizierung über mehrere Rüstungssegmente hinweg wirkt gegen einzelne Auftragsverluste offenbar nur bedingt dämpfend.

Analysten sehen strukturellen Wandel im Munitionsgeschäft

Am 20. Juli senkte Bank of America-Analyst Benjamin Heelan das Kursziel für Rheinmetall von 1.770 auf 1.300 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Als Begründung nannte er einen strukturellen Wandel der Kriegsführung hin zu Drohnen und Präzisionswaffen, der das klassische Munitionsgeschäft zunehmend unter Druck setze. Die Einschätzung fällt in eine Phase, in der der Aktienkurs bereits deutlich von seinem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro vom 3. Oktober entfernt ist – der Abstand beträgt aktuell 48,55 Prozent.

Die Kursziel-Senkung verdeutlicht, dass selbst optimistisch gestimmte Analysten die langfristigen Wachstumsannahmen für die traditionelle Munitionssparte hinterfragen, während gleichzeitig neue Kapazitäten wie in Aschau am Inn aufgebaut werden.

Blick auf den Quartalsbericht

Am 6. August veröffentlicht Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026. Anleger dürften dabei vor allem darauf achten, wie sich der Auftragsbestand im Munitionsgeschäft angesichts der divergierenden Signale entwickelt hat – zwischen dem milliardenschweren Kapazitätsausbau in Aschau und den skeptischeren Tönen aus der Analystengemeinde zur langfristigen Nachfrage nach klassischer Artilleriemunition.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.