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Rheinmetall Aktie: 350 Millionen für Aschau

Trotz neuer Exportbeschränkungen aus China zeigt sich die Rheinmetall-Aktie unbeeindruckt. Der Rüstungskonzern investiert massiv in Munition und autonome Systeme.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China verhängt Exportkontrollen gegen Rheinmetall
  • Aktie reagiert kaum auf die Ankündigung
  • Milliardeninvestition in Treibladungspulver-Werk
  • Kooperation mit Boeing bei Kampfjet Ghost Bat

China hat am Freitag Exportkontrollen gegen Rheinmetall und 13 weitere europäische Unternehmen verhängt. Der Schritt betrifft Güter mit doppeltem Verwendungszweck, also zivil und militärisch nutzbare Technik. Peking reagiert damit auf ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland, das auch chinesische und Hongkonger Firmen ins Visier nimmt. Ausnahmen von den Exportbeschränkungen bleiben laut den Meldungen möglich, die EU prüft ihrerseits Gegenmaßnahmen.

Aktie zeigt sich von China-Nachricht unbeeindruckt

Die Kursreaktion auf die chinesische Ankündigung blieb bislang aus. Rheinmetall schloss am Freitag bei 1.032,60 Euro und legte auf Tagessicht um 1,29 Prozent zu. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.493,97 Euro liegt das Papier damit weiterhin rund 31 Prozent zurück – der langfristige Abwärtstrend ist trotz der jüngsten Erholung intakt. Anleger interpretieren die China-Sanktionen offenbar als Randnotiz gegenüber der operativen Entwicklung des Konzerns.

Bemerkenswerter ist der Blick auf die vergangenen Wochen. Ende Juni war die Aktie nach der Stornierung des F126-Fregattenauftrags auf ein Jahrestief abgerutscht. Seither ringt das Papier um eine Bodenbildung im Bereich von 1.000 Euro. Analysten äußern sich in mehreren Kommentaren vorsichtig zur Titel-These der „Zeitenwende“ und verweisen auf die zunehmende Konkurrenz durch Drohnentechnologie, die klassische Waffensysteme infrage stellt. Diese Skepsis kontrastiert mit der operativen Nachrichtenlage der vergangenen Tage, die von Investitionen und neuen Kooperationen geprägt war.

Milliarden für Munition und autonome Fahrzeuge

Rheinmetall baut seine Produktionskapazitäten für Treibladungspulver in Aschau am Inn massiv aus. Die Jahresproduktion soll von aktuell 1.700 Tonnen auf 4.200 Tonnen bis 2028 steigen, verbunden mit einer Investition von 350 Millionen Euro im Rahmen eines insgesamt 650 Millionen Euro schweren Programms. Die Belegschaft am Standort wächst dafür von 800 auf 1.300 Beschäftigte. Bis 2030 peilt der Konzern eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen an, um Bundeswehr, NATO und EU-Partner zu versorgen.

Parallel treibt Rheinmetall sein Engagement bei autonomen Systemen voran. Gemeinsam mit dem US Marine Corps hat American Rheinmetall zusammen mit Rheinmetall Canada eine weiterentwickelte Version des unbemannten Bodenfahrzeugs Mission Master Silent Partner-Hotel vorgestellt, mit verbesserter Mobilität, höherer Nutzlast und amphibischen Fähigkeiten. Im Bereich unbemannter Luftfahrzeuge kooperiert Rheinmetall zudem mit Boeing: Das Duo bietet den Kampfjet Ghost Bat für die Bundeswehr an, mit einer möglichen Einführung bis 2029. Der Markt für autonome Kampfjets gilt Branchenbeobachtern zufolge als milliardenschweres Wachstumsfeld, in dem neben Boeing auch General Atomics und Anduril um Aufträge konkurrieren.

Auftragsbestand stützt, Bewertung bleibt hoch

Der Auftragsbestand von Rheinmetall lag zum ersten Quartal bei 73 Milliarden Euro und bildet damit ein Polster für die kommenden Jahre. Die Bewertung der Aktie bleibt jedoch ambitioniert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 104,62 auf Vorjahresbasis, was die Erwartungen an künftiges Wachstum unterstreicht. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 47,5 Milliarden Euro zählt Rheinmetall weiterhin zu den größten europäischen Rüstungswerten, notiert aber deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch vom 3. Oktober bei 2.007 Euro.

Richtung geben dürften die Zahlen zum ersten Halbjahr, die der Konzern Anfang August vorlegt. Investoren erwarten Aufschluss darüber, wie sich die Munitionsinvestitionen und der Auftragsbestand in konkreten Umsatz- und Margenzahlen niederschlagen. Die Debatte um Dual-Use-Beschränkungen aus China dürfte dabei in den Hintergrund treten – solange sich die operative Story aus Munition, Landsystemen und autonomen Plattformen weiter bestätigt.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.