Während der Aktienkurs seit Jahresbeginn ein Drittel seines Werts verloren hat, baut Rheinmetall im Hintergrund seine industrielle Basis massiv aus. Rumänien sichert dem Konzern jetzt politischen Rückhalt für neue Investitionen. Gleichzeitig wächst die deutsche Pulverfabrik in Aschau am Inn schneller als geplant.
Rumänien öffnet die Tür für Rheinmetall
Die rumänische Organisation der Verteidigungsarbeitgeber OPIA hat am Dienstag ihre Unterstützung für Rheinmetalls Investitionspläne im Land bekräftigt. Das Ziel: Rumänien soll zum logistischen Drehkreuz an der NATO-Ostflanke werden.
Die Kooperation reicht über die reine Wartung von Gefechtsfahrzeugen hinaus. Rheinmetall prüft den Aufbau eigener Fertigungskapazitäten vor Ort. Für den Konzern festigt das die Marktposition in einer Region, die ihre Streitkräfte wegen der veränderten Sicherheitslage in Europa massiv modernisiert.
Aschau wächst schneller als der Zeitplan vorsah
Parallel dazu treibt Rheinmetall den Ausbau seiner deutschen Standorte voran. Im Rahmen der Initiative „Project Firepower“ hat der Konzern kürzlich den Grundstein für eine der modernsten Pulverfabriken Europas gelegt – bei der Tochtergesellschaft Nitrochemie in Aschau am Inn.
Die Zahlen zeigen das Tempo: Seit 2022 ist die Belegschaft am Standort um rund 80 Prozent auf über 800 Mitarbeiter gestiegen. Rheinmetall will die Mannschaft weiter auf etwa 1.300 bis 1.400 Beschäftigte aufstocken. Der Grund: Bis 2028 soll sich die Produktion von Treibladungsmodulen verdoppeln.
Insgesamt fließen rund 350 Millionen Euro in den Standort. Das Geld baut die Kapazitäten für genau jenes Munitionsgeschäft aus, das Anleger aktuell besonders genau beobachten.
Der Kurs bleibt unter Druck
Trotz der operativen Fortschritte tut sich die Aktie schwer. Mit 1.053,20 Euro notiert das Papier rund 5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.111,78 Euro – ein Zeichen für die kurzfristige Schwächephase.
Der RSI von 50,7 signalisiert dabei eine neutrale Verfassung. Die Verkaufsdynamik der vergangenen Wochen lässt offenbar nach.
Am 6. August legt Rheinmetall seinen Bericht zum zweiten Quartal vor. Anleger erwarten dabei vor allem Aussagen zur operativen Marge im Munitionsgeschäft und zum Auftragsbestand, der zuletzt durch internationale Großaufträge und Rahmenvertragserweiterungen gewachsen ist.
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