Rheinmetall peilt für das laufende Geschäftsjahr 2026 einen Auftragsbestand von mehr als 100 Milliarden Euro an. Gleichzeitig treibt der Rüstungskonzern ein langfristiges Investitionsprogramm über 30 Milliarden Euro für die kommenden sechs Jahre voran, um die Produktionskapazitäten quer durch alle Sparten massiv zu vergrößern. An der Börse schloss das Papier gestern bei 1.015,60 Euro, womit der Titel seit Jahresanfang ein Minus von 35 Prozent verzeichnet.
Massiver Ausbau der Produktionskapazitäten
Rheinmetall-Chef Armin Papperger konkretisierte die mittelfristigen Ausbaupläne des Düsseldorfer Konzerns. Neben der Ausweitung der Fertigungskapazitäten soll auch die Belegschaft drastisch wachsen: Während das Unternehmen ohne den zivilen Bereich derzeit rund 34.000 Mitarbeiter beschäftigt, liegt das Ziel für das Jahr 2030 bei 70.000 Beschäftigten sowie weiteren 210.000 Stellen in der Zulieferkette.
Besonders stark skaliert der Konzern die Munitionsherstellung. Die Kapazitäten für mittlere Munition sollen von unter einer Million auf vier Millionen Schuss pro Jahr steigen. In der Artillerie ist eine Steigerung von 70.000 auf 1,5 Millionen Granaten vorgesehen, während die Fertigung von Panzermunition von zuvor 40.000 bis 60.000 auf künftig 240.000 Schuss pro Jahr ausgeweitet werden soll.
Fortschritte bei Großprojekten im Ausland
Parallel zu den Ausbauzielen treibt Rheinmetall strategische Programme auf internationalen Märkten voran. In den USA beantragte die US Army für das Fiskaljahr 2027 ein Budget von 547 Millionen US-Dollar für insgesamt 19 Prototypen im XM30-Programm, das die Nachfolge des Schützenpanzers Bradley regelt.
American Rheinmetall hatte hierfür bereits Anfang September den Lynx-Prototypen ausgeliefert und steht im Wettbewerb mit General Dynamics. Die Erprobung durch Truppenteile läuft bis März 2027, die finale Auswahl des Siegers ist für das Fiskaljahr 2027 vorgesehen.
In Großbritannien eröffnete die Tochtergesellschaft Rheinmetall UK am Standort Telford eine neue Anlage für Vibrationstests. Die Prüfvorrichtung fasst militärische und industrielle Strukturen von bis zu 40 Tonnen und dient der Simulation von Nick-, Roll- und Vertikalbewegungen.
Die Anlage wird zunächst für die Entwicklung des Kampfpanzers Challenger 3 der British Army eingesetzt, ist jedoch langfristig auch für Aufträge außerhalb des Verteidigungssektors ausgelegt.
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