Rheinmetall investiert 270 Millionen Euro in den Ausbau seines Werks in Kassel. Der Rüstungskonzern schafft damit einen zentralen Hub für Panzerproduktion, Drohnentests und Logistik in Nordhessen. Die Belegschaft am Standort soll von derzeit 2.200 auf 3.500 Beschäftigte wachsen.
Land Hessen beteiligt sich an der Förderung
Das Investitionspaket umfasst den Ausbau der Panzerproduktion, ein neues Drohnen-Testzentrum sowie ein Logistikzentrum mit rund 30.000 Quadratmetern Fläche. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant. Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben mit 25 Millionen Euro, zusätzlich sind acht Millionen Euro für ein Drohnen-Kompetenzzentrum vorgesehen. Insgesamt sollen am Standort mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Hintergrund der Expansion ist der Großauftrag der Bundeswehr für das Radpanzer-System „Arminius“. Dieser sieht die Lieferung von bis zu 3.000 Boxer-Fahrzeugen vor, das Auftragsvolumen liegt bei 12,4 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben reicht die Auslastung des Werks damit bis in das Jahr 2040 – ein Signal für Planungssicherheit, das Anleger angesichts der politischen Debatten um Rüstungsbudgets in Europa positiv aufnehmen dürften.
Kurs erholt sich von deutlichem Rückgang seit Jahresbeginn
Die Aktie von Rheinmetall reagiert am heutigen Donnerstag mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 1.176,20 Euro. Damit setzt das Papier die Erholung der vergangenen Wochen fort: Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 7,9 Prozent, gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 1.146,00 Euro legte die Aktie deutlich zu.
Von den Höchstständen ist das Papier trotz der jüngsten Gewinne allerdings weit entfernt. Seit Jahresbeginn liegt Rheinmetall mit 24 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 28 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das Anfang Oktober markiert wurde, fehlen der Aktie noch 41 Prozent. Der jüngste Kursanstieg zeigt aber, dass Anleger die operativen Fortschritte des Konzerns honorieren, nachdem die Aktie zuvor deutlich unter Druck geraten war.
Ausbau als Antwort auf steigende Nachfrage
Die Investition in Kassel fügt sich in eine Reihe von Kapazitätserweiterungen, mit denen Rheinmetall auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Landsystemen reagiert.
Mit dem neuen Drohnen-Testzentrum erweitert der Konzern zugleich sein Portfolio in einem Bereich, der für moderne Kriegsführung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die parallele Aufstockung der Belegschaft signalisiert, dass Rheinmetall von einer mehrjährigen Auslastung seiner Kapazitäten ausgeht.
Für Anleger bleibt der Auftragsbestand aus dem Arminius-Programm der zentrale Bezugspunkt: Mit einer Auslastung bis 2040 verschafft sich der Konzern eine Visibilität, die in der Rüstungsbranche selten ist. Der Ausbau des Standorts Kassel dürfte diese langfristige Perspektive zusätzlich untermauern.
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