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Rheinmetall Aktie: 2,7-Milliarden-Projekt elf Monate verspätet

Rheinmetall meldet Lieferverzögerungen bei Waffenträgern und Skyranger, während Rekordaufträge und operative Stärke das Bild prägen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Lieferverzögerungen bei Bundeswehr-Projekten
  • Rekordauftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro
  • Operatives Ergebnis steigt um 115 Prozent
  • Morningstar bestätigt Kaufempfehlung für Aktie

Rheinmetall steckt in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen frisch gemeldete Projektverzögerungen bei zentralen Bundeswehr-Programmen, auf der anderen ein prall gefüllter Auftragsbestand und technologische Fortschritte im Rüstungsgeschäft.

Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ berichtete am Donnerstag, dass sich zwei wichtige Vorhaben deutlich verzögern: Die 123 in Australien gefertigten „Schweren Waffenträger Infanterie“ mit einem Auftragswert von 2,7 Milliarden Euro kommen nach Qualitätsmängeln und mangelnder Reife mindestens elf Monate später als geplant. Auch die ersten Skyranger-30-Flugabwehrsysteme verschieben sich – statt Mitte 2026 sollen sie erst ab Mitte 2027 ausgeliefert werden.

Kritik von Börsenmedien, Kaufsignal von Ratingagentur

Im Zuge der Berichterstattung riet das Magazin BÖRSE ONLINE am Donnerstag von einem Kauf der Aktie ab und verwies auf die operativen Risiken der verspäteten Lieferungen.

Nur einen Tag später, am Freitag, bekräftigte Morningstar dagegen seine „Kauf“-Einschätzung für das Papier – ein Beleg dafür, wie unterschiedlich Marktbeobachter die aktuelle Gemengelage bewerten. Solche automatisierten Bewertungen sollten Anleger jedoch nicht überbewerten, sie ersetzen keine fundierte Einzelfallprüfung.

Der Kurs selbst zeigt sich von den widersprüchlichen Signalen wenig beeindruckt: Am heutigen Montag notiert die Aktie bei 1.157,60 Euro, nahezu unverändert zum Freitagsschluss. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier um 12 Prozent zugelegt, bleibt aber mit einem Minus von 25 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter dem Niveau vom Jahresstart.

Operative Substanz bleibt intakt

Die vor gut drei Wochen vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal 2026 hatten gezeigt, dass das operative Geschäft trotz einzelner Rückschläge robust läuft: Das operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 115 Prozent, der Auftragsbestand erreichte mit 80,5 Milliarden Euro einen Rekordwert.

Zugleich senkte der Konzern die Umsatzprognose für das laufende Jahr um bis zu 300 Millionen Euro, nachdem das F126-Fregattenprogramm eingestellt worden war. Der Aktienkurs bewegte sich seit dieser Meldung kaum, ein Plus von 0,7 Prozent steht zu Buche.

Parallel zu den Verzögerungen bei Waffenträgern und Flugabwehrsystemen meldet Rheinmetall weiterhin neue Geschäfte. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr rief vergangene Woche 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen aus einem bestehenden Rahmenvertrag ab, mit einem Auftragswert von über 500 Millionen Euro brutto.

Der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Ebenfalls in der vergangenen Woche demonstrierte Rheinmetall gemeinsam mit Hensoldt während der Bundeswehr-Übung „Timber Express 2026“ die erfolgreiche Integration des Passivradars Twinvis in das Führungs- und Waffeneinsatzsystem Skymaster – ein Fortschritt bei der NATO-kompatiblen Vernetzung von Sensordaten.

Was die Verzögerungen für Anleger bedeuten

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Die gemeldeten Lieferverzögerungen bei Waffenträgern und Flugabwehrsystemen betreffen konkrete, hochvolumige Programme und könnten kurzfristig auf die Umsatzrealisierung drücken.

Gleichzeitig unterstreichen der Rekordauftragsbestand und die laufenden Kooperationen – etwa mit Boeing zur Einführung der Collaborative-Combat-Aircraft-Technologie in Deutschland – die langfristige Wachstumsbasis des Konzerns.

Der Aktienkurs bleibt mit einem Abstand von 42 Prozent zum 52-Wochen-Hoch deutlich unter seinem Höchststand vom 3. Oktober 2025 – ein Zeichen dafür, dass der Markt die operativen Risiken bereits eingepreist hat, ohne das langfristige Auftragspotenzial vollständig auszublenden.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.