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Rheinmetall Aktie: 2,7-Milliarden-Deal in Spanien

Rheinmetall steht kurz vor einem Großauftrag für spanische Artilleriesysteme. Der Deal mit Partner Indra ist noch nicht final, die Konkurrenz klagt bereits.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardendeal mit Indra rückt näher
  • Lieferung von HX3-Militär-Lkw geplant
  • Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
  • Aktie trotzdem nahe am Jahrestief

Rheinmetall steht in Spanien offenbar vor einem gewaltigen Auftrag. Der Düsseldorfer Konzern soll die Plattform für ein neues Artillerieprogramm liefern. Die spanische Zeitung „Cinco Días“ meldet weit fortgeschrittene Gespräche mit dem Partner Indra. Offiziell bestätigt ist der Deal allerdings noch nicht.

Milliardenprogramm für die Landstreitkräfte

Spanien modernisiert seine Armee im großen Stil. Das Verteidigungsministerium vergab das Projekt für neue Artilleriesysteme bereits Ende 2025. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium um das spanische Unternehmen Indra. Der radgestützte Teil des Programms hat ein Volumen von knapp 2,7 Milliarden Euro.

Hier kommt Rheinmetall ins Spiel. Die Düsseldorfer sollen laut dem Zeitungsbericht den Unterbau für die Waffensysteme beisteuern. Im Raum steht ein schwerer Militär-Lkw auf Basis des HX3-Modells. Die spanische Armee benötigt insgesamt 86 selbstfahrende Radhaubitzen sowie Dutzende Begleitfahrzeuge.

Ein solcher Auftrag passt exakt in die Strategie. Rheinmetall und Indra unterzeichneten bereits im März 2026 eine Absichtserklärung. Damals vereinbarten beide Firmen eine engere Zusammenarbeit bei militärischen Fahrzeugen. Ein Gemeinschaftsunternehmen für bis zu 3.000 Militär-Lkw war als nächster Schritt geplant.

Volle Auftragsbücher, schwacher Aktienkurs

Operativ läuft es für Rheinmetall rund. Der Konzern meldete im ersten Quartal einen Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro. Allein das Segment für Fahrzeugsysteme steuert knapp 26 Milliarden Euro bei. Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose mit einer operativen Marge von rund 19 Prozent.

An der Börse verpuffen diese Zahlen derzeit. Die Aktie schloss am Dienstag bei 1.147,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 28 Prozent. Das Papier notiert damit gefährlich nah am 52-Wochen-Tief.

Der charttechnische Abwärtstrend ist massiv. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 1.596,16 Euro fehlt ein weiter Weg. Der Abstand beträgt aktuell rund 28 Prozent. Anleger reagieren auf neue Rüstungsfantasien derzeit extrem zurückhaltend.

Konkurrenz droht mit Klage

Ein Selbstläufer ist der spanische Deal ohnehin nicht. Im Gegenteil. Die General-Dynamics-Tochter Santa Bárbara wehrt sich massiv gegen die Vergabe. Das Unternehmen hat laut Medienberichten bereits rechtliche Schritte gegen die Finanzierung eingeleitet. Weitere Klagen könnten folgen.

Die Lage bleibt unübersichtlich. Solange Rheinmetall keinen verbindlichen Vertrag vorlegt, fließen keine spanischen Millionen in die Bilanz. Die rechtlichen Störfeuer der Konkurrenz könnten eine offizielle Unterschrift weiter verzögern.

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