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Rheinmetall Aktie: 232.000 Bewerbungen im Vorjahr

Rheinmetall verzeichnet monatlich 23.000 Bewerbungen und wachsende Auftragsbücher. Der Aktienkurs bleibt trotz Erholung auf Jahressicht deutlich im Minus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 23.000 Bewerbungen pro Monat
  • Auftragsbestand steigt auf 80,5 Mrd. Euro
  • Bundeswehr meldet 24 Prozent mehr Bewerbungen
  • Aktie fällt seit Fregatten-Präsentation um 4,9 Prozent

Rheinmetall-Chef Armin Papperger, 63 Jahre alt, macht an diesem Wochenende mit einer ungewöhnlichen Personalbotschaft auf sich aufmerksam. Der Konzern erhält nach seinen Angaben in Deutschland monatlich rund 23.000 Bewerbungen. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 232.000 Bewerbungen zusammen, weltweit waren es 360.000. Papperger sagte gegenüber der Zeit und der Süddeutschen Zeitung, „Dienst an der Gesellschaft“ schade jungen Menschen nicht – er beobachte eine gestiegene Bereitschaft, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.

Bewerberflut trifft auf Wehrdienst-Debatte

Papperger äußerte sich zugleich zur aktuellen Debatte über einen neuen Wehrdienst. Er halte die Diskussion für richtig, sehe aber praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung auf freiwilliger Basis. Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der auch die Bundeswehr selbst einen deutlichen Bewerberzuwachs verzeichnet: Seit Januar stiegen die Bewerbungen um 24 Prozent auf rund 38.500. Rheinmetall selbst beschäftigt aktuell etwa 34.000 Menschen. Allein in der Düsseldorfer Konzernzentrale arbeiten fast 1.000 Mitarbeiter, die Hälfte davon ist 30 Jahre oder jünger. Das größte Werk des Konzerns steht im niedersächsischen Unterlüß. Für Anleger liest sich das als Indiz dafür, dass der Rüstungskonzern beim Personalaufbau kaum an Grenzen stößt – ein Aspekt, der angesichts der zuletzt auf 80,5 Milliarden Euro gestiegenen Auftragsbücher an Bedeutung gewinnt.

Vorstoß gegen TKMS und offene Fragen zu Rohstoffen

Parallel zur Personalstory kursieren am heutigen Samstag zwei weitere Meldungen zum Konzern. Zum einen soll Rheinmetall den Wettbewerber TKMS im maritimen Rüstungsgeschäft herausfordern – nähere Details zu Umfang oder Zielrichtung dieses Vorstoßes liegen bislang nicht vor. Zum anderen wird öffentlich die Frage gestellt, wer Rheinmetall bei seiner wachsenden Waffenproduktion künftig mit Seltenen Erden versorgen soll. Eine Antwort auf diese Frage bleibt offen, sie unterstreicht aber, wie sehr die Rohstoffversorgung für die Rüstungsbranche insgesamt zum Diskussionsthema geworden ist. Beide Themen reihen sich ein in eine Woche, in der Rheinmetall bereits mit der Präsentation der Fregatte GMF 140 am vergangenen Dienstag und dem Halbjahresbericht am vergangenen Donnerstag für Schlagzeilen sorgte.

Aktie: Erholung mit Rissen

An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einem uneinheitlichen Kursbild. Am Freitag schloss die Rheinmetall-Aktie bei 1.145,40 Euro, ein Minus von 0,40 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 7,71 Prozent zu Buche – die Aktie hat sich seit dem jüngsten Tief also spürbar erholt. Seit der Präsentation der Fregatte GMF 140 am vergangenen Dienstag ist der Kurs allerdings um 4,9 Prozent gefallen, was zeigt, wie sensibel der Markt derzeit auf einzelne Produktnachrichten reagiert. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz deutlich negativ: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 26,22 Prozent, nachdem die Aktie im Oktober 2025 noch ein Rekordhoch markiert hatte. Für Anleger bleibt der Rüstungskonzern damit ein Wert mit zwei Gesichtern – operativ mit robuster Nachfrage nach Personal und Aufträgen, kursseitig aber weiterhin auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

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Diskussion zu Rheinmetall

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