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Rheinmetall Aktie: 22-Milliarden-Auftrag durch Boxer-Panzer winkt

Rheinmetall kämpft mit Kursverlusten, während Milliardenaufträge für Fregatten und Schützenpanzer auf Bestätigung warten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursverlust von 24 Prozent seit Jahresbeginn
  • F126-Fregatten-Projekt im Wert von 15 Milliarden Euro
  • Verzögerung beim Boxer-Panzer-Programm Arminius
  • Analysten senken Kursziele trotz Kaufempfehlungen

Operativ läuft der Motor auf Hochtouren, an der Börse dominiert die Skepsis. Bei Rheinmetall klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Ein Kursverlust von knapp 24 Prozent seit Jahresbeginn spricht eine klare Sprache. Nun richtet der Kapitalmarkt den Blick auf ausstehende Unterschriften bei zentralen Marine- und Landsystem-Projekten.

Fregatten und Schützenpanzer als Kurstreiber

Ein entscheidender Meilenstein für die neu formierte Marinesparte ist das Fregatten-Programm F126. Nach der Übernahme der Werft NVL will der Düsseldorfer Konzern als Generalunternehmer in den Vertrag eintreten. Das Angebot für sechs Kriegsschiffe liegt bei rund 12,8 Milliarden Euro.

Inklusive bereits geleisteter Zahlungen steigen die Projektkosten auf knapp 15 Milliarden Euro. Die Auslieferung des ersten Schiffes visiert das Management für das Jahr 2032 an.

Im gleichen Schritt treibt Rheinmetall die Internationalisierung voran. Für das laufende Quartal rechnet der Markt mit Fortschritten bei den Verhandlungen mit Rumänien. Dort geht es um die Beschaffung des Lynx-Schützenpanzers. Diese Abschlüsse gelten als zwingend nötig, um dem Abwärtsdruck der Aktie etwas entgegenzusetzen.

Verzögerungen beim Mega-Projekt

Während die Fregatten-Verträge kurz vor dem Abschluss stehen, hakt es an anderer Stelle. Das Beschaffungsprogramm „Arminius“ der Bundeswehr verzögert sich voraussichtlich in die zweite Jahreshälfte. Dabei geht es um die Lieferung von bis zu 3.000 Boxer-Radpanzern.

Das Gesamtvolumen dieses Mega-Projekts beläuft sich auf rund 40 Milliarden Euro. Im Erfolgsfall winken Rheinmetall davon Aufträge im Wert von 22 Milliarden Euro.

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Allerdings blockieren administrative Details die Unterschrift. Offen ist etwa, ob die europäische Beschaffungsagentur OCCAR oder das Bundesamt für Ausrüstung als Käufer auftritt. Obendrein müssen Detailfragen zur genauen Zusammensetzung der Fahrzeugvarianten geklärt werden.

Analysten kappen Kursziele

Die abgekühlte Euphorie im Rüstungssektor hinterlässt Spuren bei den Prognosen. Führende Analystenhäuser haben ihre Kursziele zuletzt spürbar gesenkt:

  • Jefferies: Kursziel von 2.220 auf 1.890 Euro gesenkt, Kaufempfehlung bleibt bestehen.
  • UBS: Ziel von 2.200 auf 1.600 Euro reduziert, Einstufung auf „Buy“ belassen.
  • Barclays: Ziel bei 2.035 Euro bestätigt, Rating bleibt auf „Overweight“.

An der Börse startete zuletzt der Versuch einer Bodenbildung. Am vergangenen Freitag ging das Papier bei 1.221,40 Euro aus dem XETRA-Handel. Damit löste sich der Kurs um gut neun Prozent vom jüngsten 52-Wochen-Tief.

Die charttechnische Lage bleibt dennoch angespannt. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie beträgt aktuell mehr als 25 Prozent.

Die operative Hängepartie definiert die kurzfristige Marschroute. Die offizielle Bestätigung der F126-Fregatten und des rumänischen Lynx-Programms im laufenden Quartal ist elementar, um weiteres Vertrauen zurückzugewinnen. Hält die charttechnische Unterstützung beim jüngsten Tief von 1.118 Euro, bietet das aktuelle Niveau eine Basis für die Erholung. Fällt diese Marke, droht der nächste Abverkauf.

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