Peking verhängt Exportkontrollen gegen 14 europäische Rüstungsfirmen. Rheinmetall steht auf dieser Liste. Die Aktie klettert trotzdem am Montag um 1,98 Prozent auf 1.053,00 Euro. Anleger scheinen die politischen Störfeuer aus China zu ignorieren.
Markt schaut auf Aufträge, nicht auf Peking
Die chinesischen Sanktionen sind eine Reaktion auf das neue EU-Sanktionspaket. Sie hatten den Rheinmetall-Kurs in der vergangenen Woche noch belastet. Am Montag setzt sich der Erholungskurs trotzdem fort.
Die Bilanz seit Jahresbeginn bleibt allerdings tiefrot. Die Aktie liegt weiterhin 32,17 Prozent im Minus. Zum bisherigen Rekordhoch von Anfang Oktober fehlen noch 47,53 Prozent. Der Markt konzentriert sich stattdessen auf zwei Dinge: die Auftragslage und die kommenden Quartalszahlen.
Firepower-Programm treibt die Kapazität
Rheinmetall hat vor wenigen Tagen den Grundstein für eine neue Pulverfabrik in Aschau gelegt. Der Konzern nennt sie eine der modernsten Anlagen Europas. Insgesamt investiert Rheinmetall dort rund 650 Millionen Euro im Rahmen des „Firepower“-Programms.
Davon fließen 350 Millionen Euro direkt in den Ausbau der nationalen Produktionskapazitäten. Das Ziel: Bis 2030 soll die Fabrik jährlich 20.000 Tonnen Treibladungspulver liefern. Der Konzern reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Munition und Artilleriesystemen in Europa.
Hinzu kommen neue Aufträge im Fahrzeugbereich. Rheinmetall erweitert den Rahmenvertrag für die Schwerlasttransporter vom Typ Elefant 2. Mitte Juli sicherte sich der Konzern zudem einen Milliarden-Anteil an der Digitalisierung der Gefechtsausbildung der britischen Armee. Das Projekt läuft im „Omnia-Training“-Konsortium.
Q2-Zahlen am 6. August
Am Donnerstag, den 6. August 2026, legt Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal vor. Analysten erwarten Details zur operativen Marge, die zuletzt bei rund 18,5 Prozent lag. Auch neue Informationen zum Auftragsabruf dürften im Fokus stehen.
Die Kursgewinne zum Wochenstart werten Marktbeobachter als Signal für zurückkehrendes Vertrauen in die fundamentale Stärke des Titels. Ob sich dieser Trend hält, entscheidet sich spätestens mit den Zahlen am Donnerstag.
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