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Rheinmetall Aktie: 1,5 Millionen Granaten bis 2030

Rheinmetall sichert sich einen weiteren Auftrag für Artilleriemunition, doch die Aktie bleibt weit unter ihren Höchstständen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neuer Auftrag für Artilleriegranaten
  • Lieferung bis April 2027 geplant
  • Aktie bleibt unter Druck
  • F126-Aus belastet weiter

Rheinmetall liefert neue Artilleriemunition für die Ukraine. Bestellt hat ein NATO-Mitgliedstaat, den der Konzern nicht namentlich nennt. Die Aktie bleibt trotz der Nachricht weit von ihren alten Höchstständen entfernt.

Details zum Auftrag

Rheinmetall hat einen Vertrag über 155-Millimeter-Artilleriegranaten des Typs ER02A1 B/B erhalten. Dazu kommen modulare Treibladungen vom Typ DM72. Der Konzern will die Lieferung vor April 2027 abschließen.

Das Auftragsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Munition entsteht bei Rheinmetall Expal Munitions in Spanien. Je nach Variante erreichen die Granaten eine Reichweite von rund 30 Kilometern in der Boat-Tail-Version oder knapp 40 Kilometern als Base-Bleed-Ausführung.

Für Rheinmetall selbst ist das finanziell kein großer Wurf. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag verschwindet in der Bilanz des Konzerns fast unbemerkt. Strategisch zählt der Auftrag trotzdem: Er bestätigt genau das Narrativ, das die Aktie seit Monaten trägt. Munition bleibt knapp, die Ukraine verbraucht große Mengen, NATO-Staaten füllen ihre Lager auf.

Kapazitätsausbau als Kernstory

Rheinmetall will bis 2030 rund 1,5 Millionen Artilleriegeschosse im Kaliber 155 Millimeter pro Jahr produzieren. Der neue Ukraine-Auftrag reiht sich in eine ganze Serie von Bestellungen ein. Sie zeigen: Die ausgebaute Munitionsfertigung läuft auf hoher Auslastung.

Erst kürzlich hatte der Konzern einen dritten Großauftrag binnen weniger Tage vermeldet, ebenfalls für Artilleriegeschosse. Die Produktion dafür läuft bereits seit dem zweiten Quartal 2026. Rheinmetall will auch diese Lieferung bis April 2027 komplett abschließen.

Für Anleger zählt weniger die einzelne Bestellung. Entscheidend ist die Serie aus Abrufen, Rahmenverträgen und Kapazitätsausbau – sie stützt die These, dass das Munitionsgeschäft auf Jahre hinaus ausgelastet bleibt.

Aktie bleibt unter Druck

Der Kurs notiert bei 1.114,40 Euro. Das liegt 44,14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro vom September 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 30,42 Prozent zu Buche.

Auf Wochensicht hat sich die Aktie mit einem Plus von 5,65 Prozent leicht erholt. Auf Monatssicht bleibt aber ein Minus von 7,32 Prozent stehen. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 70,37 Prozent auf Sicht der vergangenen 30 Handelstage hoch, der RSI von 48,6 signalisiert ein neutrales Marktumfeld.

Hintergrund: Belastung durch F126-Aus

Der Kursrückgang der vergangenen Wochen geht vor allem auf eine andere Entscheidung zurück. Das Bundesverteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 gestoppt. Rheinmetall war daran beteiligt, der Rückschlag traf die Aktie hart.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die aktuelle Auftragsserie im Munitionsgeschäft an Bedeutung. Sie zeigt: Andere Geschäftsbereiche des Konzerns laufen trotz des Marine-Rückschlags weiter.

Der Ukraine-Auftrag reiht sich in eine Reihe kürzlich vermeldeter Geschäfte ein. Sie untermauern Rheinmetalls Rolle als zentraler Munitionslieferant für NATO-Staaten und die Ukraine. Ob das reicht, um die Unsicherheit aus dem F126-Aus auszugleichen, zeigt sich spätestens am 6. August 2026. Dann legt Rheinmetall seine Zahlen zum zweiten Quartal vor.

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