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Rheinmetall Aktie: 12-Milliarden-Fregatte F126 gestoppt

Rheinmetall-Aktie erholt sich leicht, bleibt aber unter Druck. Gestoppter Fregattenauftrag und gesenktes Kursziel der Bank of America belasten den Rüstungskonzern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie schließt mit 1,85 Prozent im Plus
  • Fregattenprojekt F126 gestoppt
  • Bank of America senkt Kursziel auf 1.300 Euro
  • Auftragsbuch bleibt bei 73 Milliarden Euro

Rheinmetall kommt nicht zur Ruhe. Der gestoppte Fregattenauftrag und ein deutlich gesenktes Kursziel der Bank of America drücken den Rüstungskonzern seit Wochen nach unten. Am Freitag gibt es zumindest eine kleine Verschnaufpause.

Die Aktie schließt bei 978,00 Euro und legt damit 1,85 Prozent zu. Der Kurs bleibt aber nur rund 8,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, markiert erst am 25. Juni 2026. Das zeigt, wie stark der Druck der vergangenen Wochen wirkt.

Die Bilanz der letzten Monate bleibt deutlich negativ. Binnen 30 Tagen verlor die Aktie gut 16 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 37 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 trennen den Titel damit rund die Hälfte.

Gestoppte Fregatte belastet die Bilanz

Der Kursrutsch der vergangenen Wochen hat einen klaren Auslöser. Anfang Juli wurde bekannt, dass die Bundesregierung das Fregattenprojekt F126 für die Bundeswehr stoppt. Ein „Spiegel“-Bericht dazu löste an einem einzigen Handelstag einen Kurseinbruch von 18,65 Prozent aus.

Die Folgen reichen über den reinen Kurstag hinaus. Rheinmetall dürfte die eigenen Ziele beim Auftragseingang für das zweite Quartal und das Gesamtjahr verfehlen. Ein Analyst bezifferte den betroffenen Auftragswert auf rund 12 Milliarden Euro. Der Vorstand muss beim nächsten Quartalsbericht wohl nachjustieren.

Die Bank of America verschärfte ihre Einschätzung zusätzlich. Die Bank senkte das Kursziel auf 1.300 Euro und kappte ihre Umsatzprognosen deutlich: Für die Waffen- und Munitionssparte rechnet sie bis 2030 nur noch mit rund 10 Milliarden Euro Umsatz und 24 Prozent Marge. Für den Gesamtkonzern erwartet die Bank 2030 nur noch 35 statt zuvor 50 Milliarden Euro Umsatz.

Charttechnik zeigt Warnsignale

Die technischen Indikatoren spiegeln die Unsicherheit wider. Der RSI liegt bei 37,5 – ein Wert, der auf angeschlagene, aber noch nicht überverkaufte Marktstimmung hindeutet. Zur 50-Tage-Linie bei 1.130,57 Euro fehlen der Aktie derzeit rund 13,5 Prozent.

Auch die Schwankungsbreite bleibt hoch. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei über 69 Prozent. Das zeigt: Der Markt preist weiterhin kräftige Kursausschläge in beide Richtungen ein.

In den Anlegerforen fällt das Stimmungsbild gemischt aus. Manche Nutzer sorgen sich um weitere Kursverluste, andere verweisen auf Margen, Auftragsvolumen und die langfristige Wachstumsstory. Das Sentiment insgesamt gilt als neutral.

Auftragsbuch bleibt Trumpf

Trotz der Rückschläge bleibt ein Argument für Optimisten bestehen: das Auftragsbuch. Es umfasst weiterhin rund 73 Milliarden Euro. Hinzu kommen Wachstumsimpulse durch Investitionen wie das Werk in Neuss sowie die Konzernziele im Rahmen der „Vision 2030“.

Die Bewertung der Aktie bleibt trotz des Kursrutschs anspruchsvoll. Verschiedene Kennzahlen-Portale weisen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im hohen zweistelligen bis dreistelligen Bereich aus – je nach zugrunde gelegter Gewinnbasis. Die Dividendenrendite von knapp einem Prozent spielt für die Investmentstory dagegen kaum eine Rolle. Im Vordergrund stehen Wachstum und operative Entwicklung, nicht laufende Ausschüttungen.

Der nächste Quartalsbericht wird zeigen, wie stark der gestoppte Fregattenauftrag tatsächlich auf Umsatz und Auftragseingang durchschlägt. Erst dann lässt sich einschätzen, ob die Bank of America mit ihren gesenkten Schätzungen richtig liegt – oder ob das milliardenschwere Auftragsbuch die Lücke schneller füllt als erwartet.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.