Rheinmetall schüttet heute 11,50 Euro je Aktie aus — rund 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Zeitgleich kündigt der Konzern eine Kooperation mit der Deutschen Telekom an. Beides reicht nicht, um den Kurs zu stützen.
Dividende steigt deutlich
Die Hauptversammlung stimmte am 12. Mai 2026 dem Dividendenvorschlag zu. Aktionäre erhalten 11,50 Euro je Aktie, nach 8,10 Euro für das Geschäftsjahr 2024. Der Ex-Tag war der 13. Mai, der Record-Tag der 14. Mai.
Das Quartalsergebnis untermauert die Ausschüttung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Die Jahresprognose bleibt: Umsatz zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro, operative Marge rund 19 Prozent.
Partnerschaft mit Telekom für zivile Drohnenabwehr
Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen gemeinsam Städte und kritische Infrastrukturen gegen Drohnen und Sabotage schützen. Die Kooperation wurde im Vorfeld der Sicherheitsmesse AFCEA in Bonn angekündigt.
Die Aufgabenteilung ist klar. Telekom bringt passive RF-Sensoren und Expertise aus Mobilfunknetzen ein. Rheinmetall entwickelt Lasersysteme, die Drohnen physisch ausschalten sollen. Klassische Flugabwehrkanonen gehören nicht zum Konzept.
Hintergrund: Drohnen, die über Mobilfunknetze gesteuert werden, nehmen zu. Das stellt Detektionssysteme vor neue Probleme — besonders in dicht besiedelten oder infrastrukturell komplexen Umgebungen wie dem Hamburger Hafen. Konkrete Produkte oder Zeitpläne nannten die Unternehmen bislang nicht.
Aktie nahe Jahrestief
Das operative Bild ist solide. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Die Rheinmetall-Aktie notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 1.119,80 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 28 Prozent verloren. Vom Hoch bei 1.995,00 Euro im September 2025 sind es mehr als 42 Prozent Abstand.
Der RSI liegt bei 91,3 — ein Wert, der auf eine stark überverkaufte Lage hindeutet. Ob die Kombination aus erhöhter Dividende, solidem Quartalswachstum und neuen Wachstumsfeldern ausreicht, um den Abwärtstrend zu brechen, hängt auch davon ab, wie der Markt die Rüstungskonjunktur in den kommenden Monaten bewertet.
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