Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Gleichzeitig meldet Rheinmetall einen Großauftrag über eine Milliarde Euro — und die globalen Rüstungsausgaben erreichen Rekordstände. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein.
Bundeswehr bestellt für 1,04 Milliarden Euro
Am Montag gab Rheinmetall bekannt, dass die Bundeswehr Ausrüstung für das System „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES) im Wert von 1,04 Milliarden Euro abgerufen hat. Die Bestellung läuft über einen Rahmenvertrag aus dem Februar 2025 mit einem Gesamtvolumen von bis zu 3,1 Milliarden Euro.
Der Auftrag umfasst 237 Zugsysteme für rund 8.600 Soldaten. Geliefert werden Schutzwesten, Uniformen, Nachtsichtgeräte und Tablets. Die Auslieferung läuft von November 2027 bis Dezember 2029.
Das passt zum Branchenumfeld. Laut dem Friedensforschungsinstitut SIPRI stiegen die globalen Militärausgaben 2025 auf 2,89 Billionen US-Dollar — das elfte Wachstumsjahr in Folge. Europa legte dabei besonders stark zu: plus 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar. Für Deutschland rechnen Beobachter 2026 mit einem Verteidigungshaushalt von rund 108 Milliarden Euro.
Fundamentale Stärke, technische Schwäche
Der Auftragsbestand im Verteidigungssegment liegt bei rund 63,8 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 14,2 und 14,5 Milliarden Euro an — bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Analysten von Jefferies und Bernstein sehen Kursziele jenseits der 2.000-Euro-Marke und erwarten ein Ergebnis je Aktie von über 38 Euro für das Gesamtjahr.
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Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen knapp neun Prozent und notiert mit 1.344 Euro rund 20 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro trennt sie ein Abstand von über 32 Prozent. Das KGV von über 35 gilt dabei als ambitioniert — selbst für einen Rüstungskonzern mit vollen Auftragsbüchern.
Hinzu kommt die Kooperation mit IBM an autonomen Systemen für den maritimen Einsatz. Das schafft langfristige Perspektiven, ändert aber nichts am kurzfristigen Kursdruck.
Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Ob das Management die Jahresziele bekräftigt, dürfte entscheidend dafür sein, ob der Kurs die aktuelle Bodenbildung in eine echte Erholung ummünzt.
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