Volle Auftragsbücher auf der einen Seite, ein schwacher Cashflow auf der anderen. Bei der Renk Group klaffen Anspruch und Realität derzeit auseinander. Auf der Münchner Kapitalmarktkonferenz stellt sich das Management heute kritischen Fragen. Der Aktienkurs reagiert positiv und klettert am Donnerstag um gut drei Prozent auf 56,98 Euro.
Cashflow bleibt das Sorgenkind
Bereits gestern lieferte ein Vorab-Gespräch zu den Quartalszahlen ersten Diskussionsstoff. Der freie Cashflow enttäuschte mit lediglich 67 Millionen Euro. Die sogenannte Cash Conversion Rate sackte auf 47 Prozent ab. Das Management peilt eigentlich mehr als 80 Prozent an.
Verzögerte Kundenzahlungen binden derzeit viel Kapital. Rund 200 Millionen Euro Umsatz verschoben sich in das laufende Halbjahr. Am 6. Mai präsentiert Renk die vollständigen Quartalszahlen. Dann muss der Vorstand beweisen, dass diese Erlöse tatsächlich fließen.
Flucht vor deutschen Exportregeln
Politischen Gegenwind spürt der Panzergetriebe-Spezialist beim Export. Die deutsche Blockade von Rüstungslieferungen nach Israel trifft das Unternehmen direkt. Analysten sehen dadurch in diesem Jahr bis zu 100 Millionen Euro Umsatz in Gefahr.
Die Folge: Renk verlagert die betroffene Produktion. Bis 2030 fließen 150 Millionen Dollar in das bestehende Werk in Michigan. Künftige Aufträge laufen dann über US-Programme. So umgeht der Konzern die deutschen Exportbeschränkungen.
Dividende steigt dank Rüstungsboom
Ungeachtet dieser Hürden lief das vergangene Geschäftsjahr stark. Der Umsatz stieg auf 1,37 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro. Das Verteidigungsgeschäft trieb dieses Wachstum maßgeblich an.
Aktionäre sollen davon profitieren. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung im Juni eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vor. Das entspricht einem Plus von 38 Prozent. Auf Wochensicht legte die Aktie bereits um gut sieben Prozent zu.
Die operative Basis trägt das weitere Wachstum. Ein Rekordauftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro sichert die Auslastung. Das entspricht rechnerisch etwa fünf Jahresumsätzen.
In Augsburg fährt das Unternehmen die Kapazität bis Jahresende auf rund 800 Einheiten hoch. Vor dem Ukraine-Krieg baute Renk dort maximal 300 Getriebe.
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