JPMorgan sieht nach dem Kursrückgang eine Kaufgelegenheit. Die Renk-Aktie notiert rund 40 Prozent unter ihrem Jahreshoch — und das Bild dahinter ist widersprüchlich: Rekordaufträge auf der einen Seite, ein enttäuschender Cashflow und ein politisch erzwungener Produktionsumzug auf der anderen.
JPMorgan und Deutsche Bank bleiben optimistisch
Analyst David Perry von JPMorgan bekräftigt sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 75 Euro. Die Kurskorrektur im deutschen Rüstungssektor seit Oktober 2025 wertet er als Einstiegsgelegenheit. Sorgen um einen Ukraine-Waffenstillstand oder den wachsenden Drohneneinsatz seien zwar berechtigt, aber übertrieben.
Perry erwartet für 2027 einen deutschen Wehretat, der rund 21 Prozent über dem Vorjahr liegt. Das wäre struktureller Rückenwind für den gesamten Sektor.
Die Deutsche Bank zieht mit. Sie hebt ihr Kursziel leicht auf 73 Euro an und verweist auf ein sich abzeichnendes Rekordquartal beim Auftragseingang im ersten Quartal 2026.
Israel-Embargo zwingt zu Produktionsverlagerung
Das deutsche Exportembargo für Rüstungsgüter nach Israel trifft Renk konkret. Der Augsburger Antriebsspezialist liefert Getriebesysteme für israelische Merkava- und Namer-Panzer. Schätzungsweise 80 bis 100 Millionen Euro Umsatz für 2026 stehen auf dem Spiel.
Die Antwort des Unternehmens: Renk verlagert die betroffene Produktionslinie in sein Werk im amerikanischen Muskegon. Künftige Aufträge sollen über das US Foreign Military Sales-Programm laufen — außerhalb der deutschen Exportkontrolle.
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Rekordaufträge, aber Cashflow-Problem
Die Auftragslage ist stark. Renk meldete zum Jahreswechsel einen Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro. Zuletzt kam ein NATO-Auftrag über 157 Millionen Euro für Panzergetriebe hinzu. Ferner liefert Renk Antriebskomponenten für ein unbemanntes Überwasserschiff — Elektromotoren, Kupplungen und Getriebe. Erstlieferung: August 2026.
Das Cashflow-Bild trübt die Stimmung. Der freie Cashflow lag 2025 bei 67 Millionen Euro, die Cash Conversion Rate bei 47 Prozent. Das Management hatte über 80 Prozent angepeilt. Verzögerte Kundenzahlungen und gestiegener Kapitalbedarf waren die Hauptursachen.
Parallel baut Renk die Produktion in Augsburg aus. Die Jahreskapazität soll bis Ende 2026 auf rund 800 Einheiten steigen — vor dem Ukraine-Krieg waren es 200 bis 300. After-Sales-Services wie Ersatzteile und Wartung machen aktuell 36 Prozent des Umsatzes aus. Der Vorstand will diesen Anteil auf über 50 Prozent ausbauen.
Q1-Zahlen als nächster Test
Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Umsatz von rund 280 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis von 40 Millionen Euro. Beim Auftragseingang zeichnet sich ein Rekord ab: Schätzungsweise 585 Millionen Euro Neugeschäft — Markterwartungen lagen bei maximal 500 Millionen Euro.
Die Aktie notiert bei 53,64 Euro, rund zwei Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Mit einem RSI von 73 ist die kurzfristige Erholung technisch bereits überkauft. Ob die hohen Bewertungsmultiplikatoren gerechtfertigt bleiben, hängt davon ab, ob Renk beim Cashflow liefert — und nicht nur beim Auftragseingang.
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