Monatelang tat sich bei der Renk Group wenig. Jetzt liefert das Management Zahlen, die die Skepsis der vergangenen Monate entkräften dürften. Die Aktie legt am Freitag um 3,57 Prozent auf 53,12 Euro zu und setzt damit den Aufwärtstrend vom Vortag fort.
Auftragseingang auf Rekordniveau
Am 6. August veröffentlichte Renk die Zahlen für das erste Halbjahr. Der Auftragseingang stieg um 29,7 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro.
Allein im zweiten Quartal kamen 612,8 Millionen Euro hinzu – ein neuer Rekordwert.
Diese Zahlen sind mehr als Statistik. Sie füllen das Auftragsbuch auf 7,4 Milliarden Euro. Für Anleger bedeutet das eine Planungssicherheit, die am Markt derzeit selten ist.
Besonders stark läuft es bei der Division Vehicle Mobility Solutions. Ihr Auftragseingang schnellte um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro nach oben. Der Rüstungsboom zeigt sich hier in Reinform.
Die Marge überzeugt
Ein alter Kritikpunkt an Renk war die Effizienz. Wie gut der Konzern sein Auftragsvolumen in Gewinn verwandelt, blieb lange unklar. Jetzt liefert das Management Argumente für die Bullen.
Das bereinigte EBIT stieg im ersten Halbjahr um 10,1 Prozent. Die Marge kletterte von 14,4 auf 15,4 Prozent.
Der Umsatz wuchs dagegen nur moderat, um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro. Renk nutzt also Skaleneffekte und steigert die Profitabilität, obwohl der Umsatz kaum wächst.
Das Management bestätigte die Jahresprognose mit einem EBIT-Ziel zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Nach diesen Halbjahreszahlen wirkt das Ziel eher konservativ als ambitioniert.
David Brown Defence als nächster Baustein
Renk will die Übernahme von David Brown Defence bis zum vierten Quartal 2026 abschließen. Für die Finanzierung nutzt der Konzern eine Kreditlinie über 1,05 Milliarden Euro.
Der Deal passt zur Wachstumsstrategie. Renk will seine Marktposition bei Getrieben für schwere Kettenfahrzeuge global festigen. Analysten von JPMorgan und Jefferies reagierten mit „Overweight“- beziehungsweise „Buy“-Ratings auf die Pläne.
Mein Fazit: Die Rallye steht auf soliden Beinen
Die Aktie hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 15,08 Prozent verteuert. Sie hat sich damit deutlich von ihrem Tief aus dem Frühsommer gelöst. Technische Indikatoren signalisieren derzeit eine kurzfristig überkaufte Lage.
Das mahnt bei der Einstiegsfrage zur Vorsicht. Am fundamentalen Bild ändert diese Vorsicht aber nichts. Aktuell kämpft die Aktie um den Sprung über ihren 200-Tage-Durchschnitt bei 53,02 Euro.
Gelingt der nachhaltige Ausbruch, bleibt das Rekordhoch vom Herbst zwar noch außer Reichweite. Der Weg für eine langfristige Erholung scheint aber geebnet. Für mich zeigt Renk mit diesen Zahlen: Der Konzern beherrscht den Rüstungsboom operativ.
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