Starke Zahlen aus Frankreich, ein kurzer Kurssprung – und dann Stillstand. Die Renk-Aktie zeigt diese Woche, wie schnell sich Branchen-Euphorie im Rüstungssektor wieder verflüchtigt. Am Freitag schloss das Papier bei 45,16 Euro, praktisch unverändert zum Vortag.
Thales liefert den Impuls
Am Donnerstag hatte Thales mit starken Halbjahreszahlen die gesamte europäische Rüstungsbranche angeschoben. Der französische Konzern steigerte seinen Umsatz um 6,7 Prozent auf 10,95 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs sogar um 9,9 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.
Besonders der Auftragseingang stach heraus. Er kletterte um 21 Prozent auf 12,47 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis stieg damit auf 1,14, nach 1,01 im Vorjahreshalbjahr – ein Zeichen dafür, dass Thales mehr Aufträge hereinholt, als es abarbeitet.
Auch das Verteidigungsgeschäft selbst überzeugte. Der Umsatz in diesem Segment stieg organisch um 13,1 Prozent auf 6,32 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal allein legte er sogar um 11,9 Prozent zu.
Für Renk übersetzte sich das am Donnerstag in einen spürbaren Kursgewinn. Rheinmetall und HENSOLDT zogen ebenfalls mit.
Freitag ohne frischen Antrieb
Der Schwung hielt nicht lange. Bereits am Freitag fehlten im Sektor neue Impulse, die Kurse entwickelten sich uneinheitlich. Einige Werte legten zu, andere gaben nach – ein einheitliches Bild zeichnete die Branche nicht mehr.
Auch in Paris kühlte sich die Euphorie ab. Die Thales-Aktie gab an der Euronext leicht nach, nachdem sie am Vortag noch kräftig zugelegt hatte. Analysten werten die divergierende Entwicklung als Zeichen dafür, dass aktuell ein gemeinsamer Auslöser fehlt.
Blick auf die Berichtssaison
Neue branchenweite Impulse dürften erst mit den anstehenden Quartalszahlen kommen. HENSOLDT macht am 31. Juli den Auftakt. Am 6. August folgen Rheinmetall und Renk, ehe am 12. August auch TKMS berichtet.
Bis dahin dürfte sich der Sektor eher an der allgemeinen Marktstimmung orientieren als an eigenen Nachrichten. Spannend wird: Zeigt sich die bei Thales sichtbare höhere Profitabilität auch in den Zahlen der deutschen Rüstungswerte?
Fundamentaler Hintergrund bleibt gemischt
Die Kursbewegungen der Woche ändern nichts am größeren Bild. Seit Jahresanfang steht Renk mit 16,29 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang sogar 36,06 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro trennen die Aktie damit fast die Hälfte.
Immerhin: Vom jüngsten Jahrestief hat sich das Papier bereits um knapp 12 Prozent erholt. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt aber erst am 6. August. Dann zeigt sich, ob Renk die operative Stärke von Thales in eigenen Zahlen bestätigen kann.
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