Deutschland und Frankreich ordnen die europäische Rüstungsindustrie neu. Die Bundesregierung plant den Einstieg beim Panzerbauer KNDS. Das betrifft den Augsburger Zulieferer Renk direkt. KNDS gehört zu den größten Aktionären des Unternehmens.
Neuordnung im Hintergrund
Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP will der Bund 40 Prozent an KNDS übernehmen. Paris und Berlin streben eine gleichgewichtete Beteiligung an. Das ebnet laut dem Bericht den Weg für einen möglichen Börsengang von KNDS. Für Renk ist dieser Schritt hochrelevant. Der Rüstungskonzern hält 10,03 Prozent der Renk-Anteile.
Erst im Mai hatte KNDS Kasse gemacht. Das Unternehmen verkaufte 5,8 Prozent des Renk-Grundkapitals. Der Deal brachte rund 262 Millionen Euro ein. Danach bekannte sich KNDS zur langfristigen Zusammenarbeit. Für das restliche Aktienpaket gilt eine Sperrfrist von 180 Tagen.
Investoren fordern Antworten
Parallel dazu stellt sich das Renk-Management diese Woche den Investoren. Auf zwei großen Konferenzen in London und Baden-Baden präsentiert sich der Vorstand. Operativ läuft das Geschäft nach Plan. Anfang Mai bestätigte Renk die Jahresziele. Der Umsatz soll auf über 1,5 Milliarden Euro steigen.
Chartbild bleibt düster
An der Börse verpuffen die operativen Nachrichten bisher. Die Aktie legte am Dienstag zwar leicht auf 45,83 Euro zu. Das ändert aber wenig am übergeordneten Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 16,95 Prozent.
Der Kurs notiert weit unter der 200-Tage-Linie von 57,44 Euro. Die staatliche Neuordnung bei KNDS bringt nun eine neue politische Komponente in die Eigentümerstruktur. Die Folge: Ein starker staatlicher Ankeraktionär im Hintergrund könnte das Vertrauen in den Zulieferer langfristig stärken. Kurzfristig dominiert jedoch der massive Abwärtsdruck auf die Aktie.
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