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Renk Aktie: Jefferies senkt Kursziel zweite Mal

Jefferies bestätigt Buy-Rating für Renk, senkt das Kursziel jedoch auf 60 Euro. Analysten bevorzugen nun Leonardo im Rüstungssektor.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursziel von 70 auf 60 Euro gesenkt
  • Kaufempfehlung bleibt bestehen
  • Leonardo wird neuer Sektorfavorit
  • Renk-Aktie verliert deutlich an Wert

Jefferies bleibt bei „Buy“ für Renk. Trotzdem senkt die Bank das Kursziel bereits zum zweiten Mal in wenigen Monaten. Und ausgerechnet ein italienischer Konkurrent wird zum neuen Favoriten im europäischen Rüstungssektor gekürt.

Kursziel sinkt trotz Buy-Rating

Jefferies bestätigte am Donnerstagabend die Kaufempfehlung für Rheinmetall, Renk und Hensoldt. Bei der Vorliebe im Sektor verschiebt sich aber etwas: Leonardo aus Italien rückt in den Fokus der Analysten.

Für Renk bedeutet das ein niedrigeres Kursziel. Jefferies senkt die Marke von 70 auf 60 Euro, die Einstufung bleibt bei „Buy“. Bei Rheinmetall ändert sich nichts, das Ziel liegt weiter bei 1.300 Euro. Hensoldt bekommt dagegen ein höheres Kursziel.

Die Kürzung bei Renk ist keine Einzelaktion. Bereits im Mai 2026 hatte Jefferies das Ziel von 78 auf 70 Euro gesenkt und auf Risiken bei der Umsetzung der Wachstumspläne verwiesen. Innerhalb weniger Monate ist das nun die zweite Anpassung nach unten.

Hinter dem Schwenk steckt eine methodische Änderung. Jefferies bewertet die meisten Titel künftig über eine Sum-of-the-Parts-Methode für das Jahr 2028. Analystin Chloe Lemarie setzt in der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsbranche nun vor allem auf Rüstungselektronik. Leonardo erhält deshalb eine frische Kaufempfehlung, die Italiener böten laut Lemarie den größten Wertappeal im Sektor. Im zivilen Bereich favorisiert sie Rolls-Royce.

Am Markt kam der Schwenk nicht gut an. Renk-Papiere gaben am Tag der Studie leicht nach. Aktuell notiert die Aktie bei 43,83 Euro, binnen einer Woche verlor der Titel gut 10 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 20,57 Prozent zu Buch, auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Rückgang auf 41,47 Prozent.

Hohe Bewertung als Belastungsfaktor

Die Bewertung im Sektor bleibt hoch. Rheinmetall kommt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 101, Hensoldt liegt bei etwa 96, Renk bei knapp 53. Alle drei Werte notieren damit weit über dem breiten Markt.

Bei der Marktkapitalisierung liegen die drei Firmen deutlich auseinander. Rheinmetall bringt rund 49,4 Milliarden Euro auf die Waage, Hensoldt kommt auf etwa 9,1 Milliarden Euro. Renk folgt mit aktuell 4,31 Milliarden Euro.

Zusätzlich belastet ein Ereignis aus dem Sommer die Stimmung im Sektor. Ende Juni 2026 stornierte die Bundesregierung überraschend das milliardenschwere F126-Fregatten-Programm. Den Auftrag vergab sie stattdessen an TKMS. Rheinmetall verlor daraufhin rund 20 Prozent an Börsenwert. Alle drei Titel ringen seither um verlorenes Anlegervertrauen.

Kaufempfehlung bleibt trotz Rückschlag

Auch nach der Kürzung bleibt Jefferies bei seinem Votum für Renk. Das neue Ziel von 60 Euro liegt noch immer rund 40 Prozent über dem damaligen Handelspreis.

Der Rüstungssektor zeigt sich insgesamt nervös. Rheinmetall notiert mehr als 50 Prozent unter seinem Jahreshoch. Renk fiel von 90,34 Euro auf zuletzt 40,41 Euro und steht damit nur knapp über seinem Zwölfmonatstief.

Nicht alle Analysten halten an der Kaufempfehlung fest. MWB Research änderte die Einstufung bereits von „Buy“ auf „Hold“ und senkte das Kursziel auf 50 Euro.

Die Charttechnik untermauert den Abwärtstrend. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 48,01 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 54,96 Euro. Beide Marken liegen damit deutlich über dem aktuellen Kurs von 43,83 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro aus dem Oktober 2025 ist derzeit 50,60 Prozent entfernt, zum jüngsten Tief vom 25. Juni 2026 sind es nur noch 8,48 Prozent.

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