Der Augsburger Antriebsspezialist Renk meldet für 2025 prall gefüllte Auftragsbücher und historische Rekordumsätze. Dennoch ist die Aktie seit ihrem Herbsthoch um rund 40 Prozent eingebrochen. Eine massive Cashflow-Lücke lockt nun Leerverkäufer an, die gezielt auf weiter fallende Kurse setzen.
Operativ lief es für den Getriebehersteller im vergangenen Jahr hervorragend. Der Erlös kletterte um knapp 20 Prozent auf den Rekordwert von 1,37 Milliarden Euro. Mit einem Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro hat Renk rechnerisch die Auslastung für fast fünf Jahre gesichert. An der Börse sorgte die Bilanz dennoch für Ernüchterung. Der freie Cashflow blieb mit lediglich 67 Millionen Euro weit hinter den Erwartungen zurück. Das Management hatte ursprünglich eine Cash Conversion Rate von über 80 Prozent angepeilt, erreichte aber nur 47 Prozent. Verantwortlich für diese Diskrepanz sind laut Unternehmensangaben zeitliche Verschiebungen bei Großaufträgen. Erwartete Anzahlungen im Volumen von rund 200 Millionen Euro flossen nicht mehr im alten Jahr, sondern verschieben sich in das laufende Geschäftsjahr.
Leerverkäufer nutzen die Schwäche
Diese finanzielle Schwachstelle zieht spekulative Marktakteure an. Mehrere Hedgefonds haben ihre Short-Positionen massiv ausgebaut und spekulieren auf eine Fortsetzung des charttechnischen Abwärtstrends. Ein verhaltener Ausblick auf 2026 liefert ihnen zusätzliche Argumente. Das Management stellt ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro in Aussicht. Das untere Ende dieser Spanne verfehlt die bisherigen Analystenschätzungen leicht.
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Erste Marktbeobachter sehen in dem Kursrutsch auf zuletzt knapp 54 Euro allerdings auch eine Chance zur Stabilisierung. Das Analysehaus MWB Research hob das Rating kürzlich von „Sell“ auf „Hold“ an und vergab ein Kursziel von 53,00 Euro. Analysten verweisen auf die günstige Bewertung im Branchenvergleich, machen eine Neubewertung aber von einer Lösung der Cashflow-Problematik abhängig.
Aftermarket als strategischer Anker
Um die Abhängigkeit von volatilen Neuaufträgen zu senken, forciert Renk das hochmargige Service- und Ersatzteilgeschäft. Dieser sogenannte Aftermarket steuert aktuell bis zu 40 Prozent zum Umsatz bei und soll bis Mitte der 2030er Jahre auf 50 Prozent wachsen.
Kurzfristig richten Anleger ihren Fokus jedoch auf den 6. Mai 2026. An diesem Tag präsentiert das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal. Spätestens dann muss das Management belegen, dass die ausstehenden Millionen-Anzahlungen tatsächlich auf den Konten eingegangen sind.
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