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RENK Aktie: Hedgefonds gegen Management

Starke Rekordergebnisse auf der einen Seite, wachsende Short-Positionen großer Hedgefonds auf der anderen — die RENK-Aktie steckt in einem ungewöhnlichen Widerspruch. Während das Unternehmen operativ liefert, setzen institutionelle Leerverkäufer weiter gegen den Titel.

Leerverkäufer erhöhen den Druck

AQR Capital Management weitete seine Short-Position zuletzt auf 1,90 Prozent aus, Marshall Wace LLP erhöhte den Short-Anteil auf 1,13 Prozent — eine zwischenzeitliche Reduktion Mitte Februar erwies sich als kurzlebig. Lediglich PDT Partners reduzierte seine Position leicht auf 0,79 Prozent.

Der Kern ihrer Skepsis ist greifbar: Deutschland hat Rüstungsexporte nach Israel ausgesetzt. RENK liefert Getriebesysteme für Israels Merkava- und Namer-Panzer — und damit stehen für 2026 geschätzte 80 bis 100 Millionen Euro Umsatz auf dem Spiel.

CEO Alexander Sagel reagiert mit einem Produktionsschwenk: Die betroffenen Fertigungskapazitäten sollen ins US-Werk Muskegon verlagert und über das amerikanische Foreign Military Sales-Programm abgewickelt werden. Wie zügig diese Umstellung greift, bleibt offen.

Auf der Gegenseite steht ein klares Signal des eigenen Managements: CFO Anja Mänz-Siebje kaufte nach dem Kursrückgang persönlich Aktien — ein Schritt, den Märkte üblicherweise als Vertrauensbeweis werten.

Rekordaufträge treffen auf schwachen Cashflow

Fundamental liefert RENK solide Zahlen. Für 2025 meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 1,37 Milliarden Euro, einen Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro — das Fünffache des Jahresumsatzes — sowie einen Auftragseingang von 1,56 Milliarden Euro, ebenfalls ein Allzeithoch. Die Dividende wurde um 38 Prozent angehoben.

Ein Wermutstropfen bleibt der Free Cashflow: Mit 67 Millionen Euro blieb er deutlich unter den Erwartungen, die Cash Conversion Rate fiel auf 47,2 Prozent — weit unter dem angestrebten Ziel von über 80 Prozent. Ursache waren verschobene Aufträge im Wert von rund 200 Millionen Euro, die auch Anzahlungen in das laufende Jahr verzögerten.

Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Zudem plant RENK, die jährliche Getriebeproduktion bis Ende 2026 von derzeit 200 bis 300 auf 800 Einheiten zu steigern.

Zwei Termine setzen den Takt

Trotz der starken Fundamentaldaten notiert die Aktie rund 39 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch von 88,73 Euro und deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 61,91 Euro. Die Wochenerholung von gut 15 Prozent hat zwar für Aufmerksamkeit gesorgt — die übergeordnete Schwäche ist damit aber noch nicht überwunden.

Den ersten konkreten Test liefert der Q1-Pre-Close-Call am 22. April, gefolgt von den Quartalsergebnissen am 6. Mai. Dann zeigt sich, ob die verschobenen 200-Millionen-Euro-Aufträge planmäßig in Umsatz umgewandelt wurden — und ob die US-Verlagerung das Israel-Risiko tatsächlich auffängt. Solange diese Fragen unbeantwortet sind, dürfte der Gegenwind durch die Leerverkäufer anhalten.

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