Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist Geschichte. Für die europäische Rüstungsindustrie bedeutet das eine massive strategische Zäsur. Auch bei Zulieferern wie Renk hinterlässt das Aus tiefe Spuren. Die Papiere des Antriebsspezialisten beendeten die Woche mit einem spürbaren Rücksetzer.
Neuordnung am Himmel
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das Ende des Rüstungsprojekts offiziell besiegelt. Jahrelange Streitigkeiten zwischen Airbus und Dassault brachten das Vorhaben endgültig zu Fall. Als Reaktion formierte sich auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA direkt ein neues Bündnis. Acht deutsche Branchengrößen wollen nun ein Kampfflugzeug der sechsten Generation entwickeln.
Für Zulieferer wie Renk bedeutet diese Neuordnung zunächst Unsicherheit. Kein Wunder. Das Unternehmen ist stark auf langfristige Großprojekte angewiesen. Parallel dazu reduzierte BlackRock sein Engagement. Der Vermögensverwalter senkte seinen Stimmrechtsanteil auf 4,28 Prozent. Zuvor hielten die Amerikaner noch 4,44 Prozent an dem Konzern.
Starkes Quartal, schwacher Kurs
Operativ läuft das Geschäft der Augsburger absolut rund. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf knapp 284 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie vervielfachte sich auf 15 Cent.
Der Aktienkurs spiegelt diesen operativen Erfolg aktuell nicht wider. Am Freitag rutschte der Titel auf 47,33 Euro ab. Auf Wochensicht verbucht das Papier deutliche Verluste. Damit notiert die Aktie fast 19 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie.
Am 6. August legt Renk die Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin richtet sich der Blick auf das neue Industrie-Bündnis. Erste konkrete Auftragsvergaben aus Berlin könnten dem Kurs neue Impulse liefern.
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