Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius streicht das größte Rüstungsprojekt der Marine. Der überraschende Stopp der F126-Fregatten schickt Schockwellen durch den Sektor. Die Renk-Aktie gerät massiv unter die Räder und verliert am Mittwoch 5,14 Prozent.
Milliardenprojekt gestoppt
Explodierende Kosten und Verzögerungen beenden den Bau der sechs F126-Schiffe. Ursprünglich plante der Bund mit zehn Milliarden Euro. Zuletzt rechneten Experten mit über 18 Milliarden Euro für eine Fortführung. Die Konsequenz: Das Ministerium zieht die Reißleine.
Stattdessen profitiert ThyssenKrupp Marine Systems. Die Bundesregierung setzt nun auf acht kleinere Fregatten vom Typ Meko A-200. Das neue Auftragsvolumen liegt bei rund 11,6 Milliarden Euro.
Dieser Wechsel löst bei anderen Branchenvertretern Panikverkäufe aus. Die Rheinmetall-Aktie brach zeitweise um 20 Prozent ein. Im Sog dieser Entwicklung rutscht auch Renk ab. Das Papier notiert bei 43,54 Euro und nähert sich dem 52-Wochen-Tief.
Analysten bleiben optimistisch
Die Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 21 Prozent. Dennoch halten Analysten an dem Papier fest. Das Bankhaus Berenberg bestätigt die Einstufung mit „Buy“. Das Kursziel bleibt bei 72 Euro.
Die Experten werten den aktuellen Abverkauf als reine Sektor-Schwäche. Die geplatzten F126-Pläne erzwingen Abschreibungen bei Mitbewerbern. Als Zulieferer für Antriebstechnik profitiert Renk langfristig weiterhin von der europäischen Aufrüstung. Ein RSI-Wert von 36 signalisiert charttechnisch einen überverkauften Zustand.
Neuer Panzer-Gigant an der Börse
Parallel dazu ordnet sich die europäische Verteidigungsindustrie neu. Der Panzerbauer KNDS kündigt seinen Börsengang für Juli 2026 an. Zuvor will der Bund einen Anteil von 40 Prozent erwerben. Experten schätzen die Unternehmensbewertung auf bis zu 18 Milliarden Euro.
Das bringt neue Dynamik in den Markt. Renk könnte von dieser Konsolidierung durch neue Kooperationen profitieren. Kurzfristig richten Anleger ihren Blick aber auf Berlin. Am kommenden Freitag stimmt der Haushaltsausschuss über die neuen TKMS-Aufträge ab.
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