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Symbolbild, KI-generiert

Renk Aktie: Bilanz-Showdown

Der Panzergetriebe-Hersteller Renk legt Jahreszahlen vor. Der Fokus liegt auf der Umsetzung des Rekordauftragsbestands und der ersten Prognose für das kommende Jahr.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordauftragsbestand von 6,4 Milliarden Euro
  • US-Tochter sichert sich mehrere Großaufträge
  • Aktienkurs leidet unter geopolitischen Ängsten
  • Ambitionierte Umsatzverdopplung bis 2030 geplant

Der Augsburger Panzergetriebe-Hersteller Renk Group legt am Donnerstag die Bilanz für 2025 vor – und die Erwartungen sind hoch. Während die US-Tochter mit Aufträgen im Wert von über 50 Millionen Dollar operativ liefert, schwankt die Aktie zwischen Hoffnung und Ukraine-Ängsten. Ein Rekordauftragsbestand von 6,4 Milliarden Euro wartet darauf, in profitables Wachstum übersetzt zu werden.

Guidance bestätigt – Ausblick entscheidet

CEO Alexander Sagel bekräftigte Anfang Februar die Jahresprognose: Umsatz über 1,3 Milliarden Euro, bereinigtes EBIT zwischen 210 und 235 Millionen Euro. Die Messlatte liegt damit klar definiert. Nach neun Monaten stand der Konzern bei 928 Millionen Euro Umsatz – ein Plus von 19,2 Prozent. Das bereinigte EBIT kletterte um 25,5 Prozent auf 141 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 15,2 Prozent.

Doch die reine Zielerreichung dürfte nur die halbe Wahrheit sein. Entscheidender wird die erste Guidance für 2026. Analysten und Investoren wollen wissen, wie schnell Renk seinen Auftragsbestand abarbeitet und ob die Margen weiter steigen. Das Verteidigungsgeschäft – mit 690 Millionen Euro Umsatz in neun Monaten der klare Wachstumstreiber – zeigte zuletzt eine Dynamik von plus 25,2 Prozent.

US-Geschäft mit Rückenwind

RENK America hat in den vergangenen Wochen mehrere Verträge eingesammelt. Der größte Einzelauftrag belief sich auf 25 Millionen Dollar für beschleunigte Wartungs- und Modernisierungsarbeiten im Ausland. Weitere 18 Millionen Dollar kamen für Ersatzteile des AVDS-Panzermotors hinzu, 9 Millionen Dollar für Feldservice und internationale Ersatzteile.

Ein Army-Vertrag mit einem Potenzialwert von 75,5 Millionen Dollar über fünf Jahre untermauert die strategische Bedeutung der US-Präsenz. Renk unterstützt damit Bradley Fighting Vehicle, Paladin-Haubitzen und weitere kritische Plattformen. Die Standorte in Michigan, Indiana, Ohio und South Carolina beschäftigen über 700 Mitarbeiter. Bis 2030 investiert der Konzern 70 Millionen Dollar in Kapazitäten und 80 Millionen Dollar in Forschung – allein in Michigan.

Aktienkurs unter politischem Druck

Die Aktie notierte Ende Februar bei 57,09 Euro, deutlich unter dem Oktoberhoch von 88,77 Euro. Spekulationen über ein baldiges Kriegsende in der Ukraine belasten Rüstungswerte – trotz voller Auftragsbücher. Mitte Februar reagierte der Kurs mit einem Sprung von über acht Prozent, nachdem BNP Paribas auf „Outperform“ hochgestuft hatte. Die Bank argumentierte, dass die Konsenserwartungen erreichbar bleiben, auch wenn einzelne Verträge verzögert würden.

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung bleibt bestehen. Der Markt preist offenbar ein Szenario ein, in dem die geopolitische Lage entspannt und Rüstungsbudgets gekürzt werden – während Renk gleichzeitig einen Rekordbestand abarbeitet.

Ambitionierte Langfristziele

Bis 2030 strebt der Konzern einen Umsatz zwischen 2,8 und 3,2 Milliarden Euro an – mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024. Bis 2028 fließen bis zu 325 Millionen Euro in Innovation, Digitalisierung und Kapazitätserweiterung. Die Rechnung geht nur auf, wenn die Nachfrage nach Antriebssystemen für gepanzerte Fahrzeuge hoch bleibt.

Am 5. März wird sich zeigen, ob das Management mit seinem Ausblick für 2026 überzeugt. Die Quartalszahlen für Q1 folgen am 6. Mai, die Hauptversammlung am 10. Juni. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen fundamentaler Stärke und geopolitischen Hoffnungen schwanken.

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