Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei der Renk Group klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während das Management ambitionierte Milliardenziele ausruft, schicken Anleger das Papier auf Talfahrt.
Am Donnerstag sackte der Kurs um 4,3 Prozent ab. Mit 40,98 Euro notiert der Rüstungszulieferer knapp über dem neuen Jahrestief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 26 Prozent. Auslöser für den jüngsten Verkaufsdruck war das gestrichene Fregattenprogramm F-126. Anleger straften den Antriebsspezialisten dafür prompt ab.
Milliardenziele gegen die Skepsis
Das Management reagiert nun auf die anhaltende Kursschwäche. Ein neues Kommunikationsformat soll Investoren die langfristige Wachstumsgeschichte näherbringen. Die Ziele für das Jahr 2030 fallen üppig aus. Renk peilt einen organischen Umsatz von rund drei Milliarden Euro an. Die bereinigte operative Marge soll auf 20 Prozent klettern. Um dieses Tempo zu halten, prüft der Vorstand auch strategische Zukäufe im Verteidigungssektor.
Volle Auftragsbücher
Operativ läuft das Geschäft rund. Im abgelaufenen Quartal stieg der Auftragseingang auf 582 Millionen Euro. Damit wuchs der gesamte Auftragsbestand auf fast sieben Milliarden Euro an. Das Segment für Fahrzeugmobilität trieb diesen Erfolg maßgeblich an.
Auch unter dem Strich lieferte der Konzern ab. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,15 Euro. Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand ebenfalls optimistisch. Er bestätigt das Umsatzziel von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Ein Großteil dieser Erlöse ist bereits vertraglich gesichert.
Warten auf den August
Einige Analysten sehen die aktuelle Schwäche als Einstiegschance. Die Berenberg Bank rät weiterhin zum Kauf und ruft ein Kursziel von 72 Euro auf. Im Schnitt sehen Marktexperten die Aktie bei gut 68 Euro.
Am 6. August präsentiert Renk die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die operative Stärke anhält. Nur so lässt sich die Lücke zwischen vollen Auftragsbüchern und schwachem Aktienkurs schließen.
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