Starke Auftragsbücher, schwache Kurse. Bei Renk klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Papier notiert nur noch hauchdünn über dem Jahrestief. Mit einem neuen Investoren-Format will der Rüstungskonzern nun gegensteuern und den Fokus auf seine langfristigen Ziele lenken.
Kurssturz trifft auf Wachstumspläne
Der Blick auf den Chart tut weh. Seit Jahresanfang hat die Renk Aktie gut 22 Prozent an Wert verloren. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 42,71 Euro. Damit trennen das Papier nur noch mickrige 1,4 Prozent vom absoluten Jahrestief.
Das Management reagiert. Am heutigen Donnerstag startete ein neues Kommunikationsformat für Anleger. Senior Manager Christian Weiß rückt dabei die strategische Positionierung in den Mittelpunkt. Das Ziel: Die Wachstumsstory in der Verteidigungsindustrie wieder plausibel machen.
Die Milliarden-Ziele im Fokus
Die Messlatte für die kommenden Jahre liegt hoch. Bis 2030 plant Renk einen organischen Umsatz von rund drei Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge soll die Marke von 20 Prozent knacken. Ergänzend prüft das Management Zukäufe im Verteidigungssektor.
Operativ läuft der Motor bereits. Zum Jahresstart kletterte der Auftragseingang auf 582 Millionen Euro. Der Gesamtauftragsbestand wuchs damit auf fast sieben Milliarden Euro an. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei rund 42 Millionen Euro.
Neue Plattformen treiben das Geschäft
Besonders das Geschäft mit Fahrzeugmobilität treibt das Wachstum an. Hier stieg der Auftragseingang zuletzt um über 20 Prozent. Die operative Marge in diesem Segment verbesserte sich spürbar auf 18,3 Prozent. Renk präsentierte diese Lösungen jüngst prominent auf einer Fachkonferenz in Detroit.
Parallel dazu baut der Konzern seine Position bei unbemannten Systemen aus. Ein aktueller Erfolg ist ein Auftrag über Antriebstechnik. Diese fließt in ein unbemanntes Überwasserschiff eines NATO-Staates. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory stellte Renk zudem ein schweres autonomes Bodenfahrzeug gemeinsam mit dem Partner Patria vor.
Letztlich zählen für den Kapitalmarkt die kurzfristigen Meilensteine. Für das laufende Jahr plant Renk fest mit einem Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis soll zwischen 255 und 285 Millionen Euro landen. Erfüllt das Unternehmen diese Vorgaben, liefert es das stärkste Argument gegen den aktuellen Abwärtstrend.
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