Das Verteidigungsministerium stoppt das Rüstungsprojekt Fregatte F126. Anleger reagierten daraufhin panisch und schickten den Zulieferer Renk auf Talfahrt. Analysten halten den massiven Kursrutsch nun für überzogen. Die Folge: Die Aktie startet eine erste Gegenbewegung.
Ursprünglich wollte die Bundeswehr sechs Fregatten der betroffenen Klasse beschaffen. Der beauftragte Generalunternehmer konnte die Rahmenbedingungen laut Ministerium nicht einhalten. Als Ersatz plant der Bund nun acht neue MEKO-Schiffe. Für Renk stand sofort die Frage im Raum, wie stark das Lieferketten-Aus belastet.
Laut mwb Research fällt der Schaden für Renk deutlich kleiner aus als befürchtet. Die Experten beziffern das direkte Risiko auf eine einmalige Buchungskorrektur von rund 20 Millionen Euro. Kein Wunder. Der Markt hatte das Worst-Case-Szenario bereits eingepreist.
Stabilisierung auf niedrigem Niveau
Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von gut drei Prozent bei 42,72 Euro. Damit löste sich der Kurs leicht vom jüngsten Jahrestief. Dieses markierte die Aktie erst am vergangenen Dienstag bei 40,41 Euro.
Das übergeordnete Chartbild bleibt angespannt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von fast 23 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zur 200-Tage-Linie verdeutlicht den anhaltenden Druck. Der RSI-Wert von 36,8 signalisiert zwar eine überverkaufte Lage. Eine bestätigte Trendwende ist das jedoch noch nicht.
Operatives Geschäft bleibt auf Kurs
Der operative Rahmen hat sich durch den Fregatten-Stopp nicht verschlechtert. Im ersten Quartal sammelte Renk Aufträge im Wert von 582,3 Millionen Euro ein. Der Umsatz kletterte parallel auf 283,6 Millionen Euro. Die bereinigte Gewinnmarge lag bei soliden 15 Prozent.
Das Management hält an der Jahresprognose fest. Der Vorstand erwartet weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll im laufenden Jahr bis zu 285 Millionen Euro erreichen.
Blick auf die Termine
Unternehmensnachrichten stehen vorerst nicht im Kalender. Der nächste wichtige Termin ist der Pre-Close Call am 16. Juli. Die vollständigen Halbjahreszahlen folgen Anfang August.
Charttechnisch rücken nun entscheidende Marken in den Fokus. Auf der Unterseite muss die aktuelle Unterstützung um 40 Euro halten. Nach oben hin benötigt die Aktie einen Sprung über die Hürde von 49,82 Euro. Nur so lässt sich die Gegenbewegung nachhaltig untermauern.
