Ein erfahrener Geowissenschaftler verlässt das Board — und das ausgerechnet jetzt. Refined Energy Corp. wartet auf Assay-Ergebnisse aus seinem laufenden Bohrprogramm. Der Abgang kommt zur Unzeit.
Abgang ohne Erklärung
Ken Wheatley hat sein Mandat im Board of Directors von Refined Energy Corp. zum 25. Mai 2026 niedergelegt. Wirksam wurde der Rücktritt sofort. Einen Grund nannte das Unternehmen nicht — einen Nachfolger auch nicht.
Wheatley hatte erst im Dezember 2025 seinen Platz im Board eingenommen. Er brachte mehr als 44 Jahre Erfahrung in der Uranexploration mit. Zuletzt entdeckte er als Vice President of Exploration bei Forum Energy Metals Corp. die Uranvorkommen Opie, Barney und Otis West im Northwest Athabasca. Für einen Junior-Explorer ist der Verlust solcher Expertise ein spürbarer Einschnitt.
Bohrprogramm läuft, Ergebnisse fehlen
Das Timing trifft Refined Energy in einer entscheidenden Phase. Das erste Bohrloch des Dufferin-West-Programms, DW26-001, hat die Unconformity in 332 Metern Tiefe durchstoßen und wurde in 432 Metern Tiefe im Grundgestein abgeschlossen. Proben wurden bereits an ein akkreditiertes Labor geschickt. Die Assay-Ergebnisse stehen noch aus.
Ein zweites Bohrloch, DW26-002, wurde rund 100 Meter südlich des ersten angesetzt. Es soll denselben elektromagnetischen Leiter weiter untersuchen, den frühere VTEM-Luftmessungen identifiziert hatten.
Das Dufferin-West-Projekt gehört zum Flaggschiff des Unternehmens. Refined Energy hält eine Option auf bis zu 75 Prozent an dem Dufferin-Uranprojekt. Es umfasst 19 Minerallizenzen auf 14.000 Hektar im Athabasca-Becken — einer der weltweit reichsten Uranregionen, mit Erzgehalten, die oft 10- bis 100-mal über dem globalen Durchschnitt liegen.
Kurs unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie notiert bei 0,22 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 39 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,69 Euro ist sie mehr als 68 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei knapp 77 — ein technisch überkauftes Niveau, das weiteren Druck nicht ausschließt.
Das makroökonomische Umfeld bleibt dabei grundsätzlich günstig. Die USA haben Anfang 2026 rund 2,7 Milliarden US-Dollar für den Aufbau einer heimischen Urananreicherungskapazität und die Versorgung mit Brennstoff für Reaktoren der nächsten Generation bereitgestellt. Davon könnten Athabasca-Projekte mittelfristig profitieren.
Entscheidend für die nächste Kursbewegung werden die ausstehenden Assay-Ergebnisse aus Dufferin West sein. Fallen sie positiv aus, dürfte der Boardwechsel schnell in den Hintergrund treten. Enttäuschen sie, fehlt dem Unternehmen nun ein erfahrener Geowissenschaftler genau dann, wenn schwierige Fragen zu beantworten wären.
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