Redcare Pharmacy steht am Mittwoch unter doppeltem Druck. Die offengelegten Leerverkaufspositionen sind auf 8,66 Prozent des Grundkapitals gestiegen — zeitgleich tritt das Management auf der dbAccess European Champions Conference in Frankfurt auf.
Sechs Fonds wetten gegen die Aktie
Das Shortregister weist per 26. Mai sechs aktive Positionen aus. D. E. Shaw & Co. führt mit 3,46 Prozent, gefolgt von JPMorgan Asset Management (UK) mit 1,58 Prozent und Two Sigma Investments mit 1,27 Prozent. AHL Partners hält 0,99 Prozent, PDT Partners 0,65 Prozent und Jupiter Asset Management 0,71 Prozent.
Die Positionierung kommt nicht von ungefähr. Die Aktie notiert am Mittwochmittag bei 45,12 Euro, ein Plus von 3,77 Prozent nach einem Tagesverlust von 5,19 Prozent am Vortag. Über sieben Tage steht ein Minus von 2,08 Prozent, über 30 Tage ein Rückgang von 8,37 Prozent. Der MDAX legte im gleichen Zeitraum um 9,13 Prozent zu.
Umsatzwachstum trifft auf Margendruck
Die Q1-Zahlen vom Mai zeigen das Spannungsfeld. Der Konzernumsatz stieg um 18,4 Prozent auf 849,5 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA kletterte von 9,1 auf 14,4 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 1,3 auf 1,7 Prozent.
Parallel dazu fiel die Bruttomarge von 23,3 auf 21,0 Prozent. Redcare Pharmacy nennt drei Gründe: verschärfter Wettbewerb im Non-Rx-Geschäft, einen höheren Rx-Anteil und einen Rx-Bonus, der seit Mitte September 2025 läuft. Das Rx-Geschäft in Deutschland wuchs um 55,0 Prozent, über alle DACH-Märkte um 35,5 Prozent. Im April beschleunigte sich das deutsche Non-Rx-Wachstum auf rund elf Prozent nach neun Prozent im ersten Quartal.
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Die Liquidität liegt bei 135,0 Millionen Euro nach Rückzahlung von Wandelanleihen über 64,5 Millionen Euro im ersten Quartal.
Guidance bleibt der Maßstab
Das Management hält an der Jahresprognose fest: Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent, deutsches Rx-Geschäft über 670 Millionen Euro, Non-Rx-Wachstum von acht bis zehn Prozent und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent.
Die Konferenz in Frankfurt liefert eine Bühne, aber keine neuen Zahlen. Die Frage ist, ob das Management die Leerverkäufer mit operativen Fortschritten überzeugen kann — oder ob die Wette auf fallende Kurse vorerst Bestand hat.
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