Der Online-Apotheken-Konzern Redcare Pharmacy ordnet seine Führungsspitze neu. Wie das Unternehmen gestern über EQS News mitteilte, wird Peter Schmid von Linstow die Position des Chief Executive Officer übernehmen. Er folgt auf Olaf Heinrich, der im Rahmen einer geplanten Nachfolgeregelung aus dem Amt ausscheidet. An der Börse löste die Nachricht am Freitag einen Kursrücksetzer von 5,1 Prozent aus.
Geplante Nachfolge an der Unternehmensspitze
Der Wechsel an der Spitze erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Unternehmen nach eigenen Angaben vom digitalen Pionier zum führenden Akteur im europäischen Online-Apothekenmarkt entwickelt hat.
Olaf Heinrich übergibt die Leitung an Peter Schmid von Linstow, nachdem der Konzern vor rund zwei Wochen sein 25-jähriges Bestehen beging. Die personelle Neuausrichtung ist als geplanter Schritt kommuniziert worden, um die nächste Phase der Unternehmensentwicklung einzuleiten.
Die Aktie reagierte am gestrigen Handelstag mit deutlichen Abgaben und schloss bei 63,90 Euro. Trotz der jüngsten Verluste notiert das Papier weiterhin rund 12 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage, der bei 57,25 Euro liegt.
Operative Dynamik und regulatorische Rahmenbedingungen
Hintergrund des Führungswechsels ist eine Phase starken Wachstums. In der ersten Jahreshälfte 2026, über die das Unternehmen vor gut drei Wochen berichtete, stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders kräftig legte das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland zu, das im zweiten Quartal ein Plus von 58 Prozent verzeichnete.
Parallel zur internen Neuaufstellung hellt sich das regulatorische Umfeld in Deutschland auf. Medienberichten zufolge wird für August 2026 die endgültige Genehmigung einer neuen Apothekenregelung durch das Bundesgesundheitsministerium erwartet. Diese sieht vor, dass die Betriebspflichten weiterhin bei den Apotheken verbleiben und nicht auf Logistikdienstleister ausgeweitet werden. Für Online-Apotheken bedeutet dies eine signifikante Stärkung der Rechtssicherheit in ihrem Kernmarkt.
Ausblick auf das zweite Halbjahr
Trotz des Führungswechsels hält das Unternehmen an seinen angepassten Zielen fest. Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 wurde bereits Ende Juli angehoben: Redcare Pharmacy erwartet nun ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 17 Prozent.
Für das deutsche Rx-Segment wird ein Zielwert von 680 bis 720 Millionen Euro angestrebt. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 2,5 und 3 Prozent liegen.
Für die zweite Jahreshälfte stellt sich das Management jedoch auf ein moderateres Wachstum bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ein, da der Vorjahreseffekt durch die Einführung eines Rezeptbonus aus dem Jahr 2025 ausläuft.
Operativ liegt der Fokus zudem auf der Automatisierung des Standorts Sevenum, die laut Unternehmensangaben planmäßig im Januar oder Februar 2027 abgeschlossen sein soll. Die Zahl der aktiven Kunden stieg zuletzt um 9 Prozent auf 14,7 Millionen.
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