Eine Expertenkommission, 66 Reformvorschläge für die gesetzliche Krankenversicherung — und Redcare Pharmacy schoss innerhalb von zwei Handelstagen um mehr als 20 Prozent nach oben. Der Mechanismus dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll.
Höhere Zuzahlungen, mehr Kunden für Online-Apotheken
Der Auslöser war ein konkreter Reformvorschlag: Die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente soll von derzeit mindestens 5 und maximal 10 Euro auf mindestens 7,50 und maximal 15 Euro steigen — erstmals seit 2004 eine Anpassung dieser Schwellenwerte.
Bankhaus-Metzler-Analyst Felix Dennl sieht darin einen strukturellen Vorteil für Versandapotheken. Der Grund: Online-Apotheken mit EU-Sitz sind laut einem EuGH-Urteil nicht an deutsche Festpreise für rezeptpflichtige Arzneimittel gebunden. Sie dürfen Boni zwischen 2,50 und 20 Euro auf Rx-Käufe gewähren — und könnten damit die gestiegene Zuzahlung für Patienten faktisch ausgleichen. Stationäre Apotheken haben diese Möglichkeit nicht.
Rally aus dem Tief
Die Kursreaktion war entsprechend heftig. Nachdem die Aktie zuvor auf den niedrigsten Stand seit 2019 gefallen war, legte sie am Montag knapp 8 Prozent zu — und am Dienstag weitere 4,6 Prozent im frühen Xetra-Handel. Am Ende stand ein Tagesplus von rund 12 Prozent bei einem Schlusskurs von 37,24 Euro.
Verstärkt wurde die Bewegung durch Short-Covering: Mehrere Leerverkäufer sahen sich gezwungen, ihre Positionen durch Rückkäufe zu schließen, was den Kursanstieg zusätzlich beschleunigte. Trotz der Erholung liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch immer rund 42 Prozent im Minus — Anfang März notierte sie noch bei etwa 60 Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Redcare Pharmacy?
Rx-Geschäft als Fundament
Der Reformdebatte kommt zugute, dass das Rx-Segment ohnehin das stabilste Standbein von Redcare ist. Mit 503 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr und einem Marktanteil von 67 Prozent in Deutschland ist die Position gefestigt. Rossmann hat zudem explizit ausgeschlossen, rezeptpflichtige Medikamente zu verkaufen — ein Wettbewerber weniger in diesem Segment.
Im OTC-Bereich hat Redcare die Wachstumsziele dagegen deutlich zurückgeschraubt: von 16 auf 8 bis 10 Prozent, während die mittelfristige EBITDA-Marge von 8 auf 5 Prozent gesenkt wurde.
Zwei Termine im Blick
Am 15. April findet die Hauptversammlung statt, auf der die formelle Bestätigung des neuen CFO Hendrik Krampe erwartet wird. Am 6. Mai folgt der erste Quartalsbericht unter der neuen Führung — und damit der erste konkrete Gradmesser dafür, ob die eingeleitete strategische Neuausrichtung greift. Ob aus den 66 Expertenvorschlägen konkrete Gesetzgebung wird, entscheidet letztlich darüber, wie nachhaltig der aktuelle Rückenwind für die Aktie ist.
Redcare Pharmacy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Redcare Pharmacy-Analyse vom 3. April liefert die Antwort:
Die neusten Redcare Pharmacy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Redcare Pharmacy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Redcare Pharmacy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
