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Symbolbild, KI-generiert

Redcare Pharmacy Aktie: Horizont wolkenverhangen?

Die Aktie von Redcare Pharmacy notiert auf Jahrestief, während Analysten ein hohes Kursziel sehen. Der Grund ist eine gesunkene Margenprognose und enttäuschendes Umsatzwachstum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 75 Prozent im Jahresvergleich
  • Neun Analysten empfehlen weiterhin den Kauf
  • EBITDA-Margenziel wurde deutlich reduziert
  • Umsatzprognose für 2026 enttäuscht Erwartungen

Neun große Analysehäuser empfehlen die Aktie mit „Kaufen“ und sehen ein durchschnittliches Kursziel von knapp 95 Euro. Der Markt sieht das fundamental anders: Die Aktie notiert aktuell auf einem 52-Wochen-Tief und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 75 Prozent ihres Wertes verloren. Selten klafft die Schere zwischen institutionellen Erwartungen und der tatsächlichen Kursentwicklung so weit auseinander.

Der Auslöser: Margenziel gekappt

Der Ausgangspunkt der Misere liegt im März 2026. Am 4. März revidierte Redcare Pharmacy sein mittelfristiges EBITDA-Margenziel deutlich nach unten — von zuvor über 8 Prozent auf nun über 5 Prozent. Das langfristige Ambitionsniveau von 8 Prozent blieb zwar bestehen, doch der Markt quittierte die unmittelbare Korrektur mit anhaltenden Verkäufen.

Hinzu kommt: Die Umsatzprognose für 2026 enttäuschte. Das Unternehmen erwartet ein Wachstum von 13 bis 15 Prozent — Analysten hatten zuvor rund 17,5 Prozent auf dem Zettel. Besonders das margenstarke Nicht-Verschreibungsgeschäft (Non-Rx) soll nur um 8 bis 10 Prozent wachsen, was die Bruttomarge bereits 2025 auf 21,3 Prozent gedrückt hat.

Starkes Wachstum, schwache Profitabilität

Das Umsatzbild ist dabei keineswegs schlecht: 2025 erzielte Redcare Pharmacy einen Gesamtumsatz von 2,94 Milliarden Euro, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rx-Geschäft übertraf erstmals die Milliarden-Marke — allein in Deutschland verdoppelten sich die Rezeptarzneimittelumsätze nahezu auf 503 Millionen Euro.

Das Problem liegt in der Struktur: Starkes Wachstum im margenschwachen Verschreibungsbereich, Verlangsamung im profitableren OTC-Segment. Für Anleger, die auf eine schnelle Margenausweitung gesetzt hatten, ist das eine unbequeme Kombination.

Technisch tief im roten Bereich

Mit einem RSI von 17 gilt die Aktie als technisch stark überverkauft — ein Niveau, das gelegentlich kurzfristige Gegenbewegungen auslöst. Kurz- und langfristige Durchschnittskurse liegen jedoch weit oberhalb des aktuellen Kursniveaus, was den anhaltenden Abwärtsdruck unterstreicht.

Berenberg und Deutsche Bank hielten noch Anfang März an ihren Kaufempfehlungen fest. Ob die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 — die in den kommenden Wochen erwartet werden — genug liefern, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wird der nächste entscheidende Test für die Aktie sein.

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