Der Absturz um rund 76 Prozent seit Anfang Mai 2025 hat Redcare Pharmacy in extreme technische Unterbewertung getrieben. Anfang vergangener Woche markierte die Aktie mit knapp 30,82 Euro ein neues Fünfjahrestief — am Montag versuchte der Kurs erstmals, sich zu stabilisieren.
Druck von allen Seiten
Das schwierige Umfeld für digitale Gesundheitsanbieter hat mehrere Ursachen. Am 23. März demonstrierten stationäre Apotheker in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gegen die bestehenden Gebührenstrukturen und den wachsenden Wettbewerb durch Online-Anbieter. Die Proteste rücken die strukturellen Spannungen im deutschen Apothekenmarkt ins öffentliche Bewusstsein — und belasten das Anlegervertrauen zusätzlich.
Hinzu kommt eine Korrektur der mittelfristigen Ziele: Das Management senkte die angestrebte bereinigte EBITDA-Marge von „über 8 Prozent“ auf „über 5 Prozent“. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum zwischen 13 und 15 Prozent, die EBITDA-Marge soll dabei mindestens 2,5 Prozent erreichen.
Operatives Wachstum, schrumpfende Margen
Die Geschäftszahlen für 2025 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der Rx-Umsatz in Deutschland verdoppelte sich nahezu auf 503 Millionen Euro, der Konzernumsatz stieg auf 2,94 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank die Bruttomarge von 22,3 auf 21,3 Prozent — ein direktes Ergebnis des wachsenden Anteils margenarmer Rezeptarzneimittel.
Ob der RSI-Wert von zuletzt 17 tatsächlich eine technische Bodenbildung einleitet, wird sich spätestens am 6. Mai zeigen, wenn Redcare die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorlegt. Deutsche Bank hielt zuletzt noch an einer positiven Einschätzung fest — der Markt insgesamt bleibt skeptisch.
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