398 Prozent Umsatzwachstum im Vorjahr, ein Pentagon-Budget von potenziell 74 Milliarden Dollar für Drohnensysteme — und am 7. Mai legt Red Cat Holdings seine Q1-Zahlen vor. Das Timing könnte kaum günstiger sein.
Zahlen mit Sprengkraft
Im vierten Quartal 2025 erzielte Red Cat einen Rekordumsatz von 26,2 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 1.985 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 standen 40,7 Millionen Dollar in den Büchern — plus 161 Prozent.
Für Q1 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatz von 18,8 Millionen Dollar. Das wäre ein Plus von 952 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ob das Wachstumstempo anhält, ist die eigentliche Frage hinter dem Zahlenwerk.
Die Kurshistorie zeigt, wie nervös der Markt auf Ergebnisse reagiert: Bei fünf Earnings-Ereignissen seit Dezember 2024 schwankten die Reaktionen zwischen zweistelligen Gewinnen und zweistelligen Verlusten. Im Schnitt blieb ein Minus von 0,41 Prozent — bei enormer Streuung.
Rückenwind aus Washington
Am 22. April sprang die Aktie um 6,4 Prozent. Auslöser war die Ankündigung der US Air Force, ihren Budgetantrag für das Fiskaljahr 2027 um 37,6 Prozent auf 338,8 Milliarden Dollar zu erhöhen.
Das ist kein Einzelereignis. Das Pentagon plant laut Associated Press Ausgaben von bis zu 74 Milliarden Dollar für Drohnen und Drohnenabwehrsysteme. Das Gesamtverteidigungsbudget 2026 bewegt sich in Richtung einer Billion Dollar. Hinzu kommt das „Drone Dominance Program“ — ein Programm zum Einsatz von über 200.000 autonomen Systemen.
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Für Red Cat, dessen Geschäft auf Militärdrohnen und unbemannte Wasserfahrzeuge ausgerichtet ist, sind das strukturelle Argumente — keine kurzfristigen Impulse.
Produktion und Guidance
Das Management hat intern Umsatzziele von 100 bis 170 Millionen Dollar für 2026 genannt. Formale Guidance gibt es nicht. Red Cat wartet auf den Abschluss konkreter Regierungsverträge, bevor es offizielle Prognosen veröffentlicht.
Die Produktionspläne sind ehrgeizig: 100 unbemannte Wasserfahrzeuge (USVs) zu je 700.000 Dollar, dazu eine Rampe der Black-Widow-Drohnenproduktion auf 1.000 Einheiten pro Monat. Die Fertigungskapazität liegt bei 254.000 Quadratfuß. Ende 2025 hielt das Unternehmen 167,9 Millionen Dollar in der Kasse.
Kurs mit Abstand zu Wettbewerbern
RCAT-Aktien haben 2026 bisher 58 Prozent zugelegt. Vergleichbare Rüstungsunternehmen wie Kratos, AeroVironment und Draganfly verloren im gleichen Zeitraum zwischen 9 und 12 Prozent.
Der Kurs schloss am 28. April bei 11,69 Dollar — nach einem 52-Wochen-Hoch von 18,78 Dollar. Kurzfristig hat die Dynamik nachgelassen. Am 7. Mai zeigt sich, ob das Zahlenwerk und ein mögliches Guidance-Update die Stimmung drehen — oder bestätigen, dass die Lücke zwischen Erwartung und Realität größer ist als der Kurs vermuten lässt.
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