Bei Realty Income läuft ein Wechsel in einer Schlüsselposition – und zwar ohne Bruch in der Strategie. Gleichzeitig skizziert CEO Sumit Roy für 2026 einen großen Investitionsplan, der auf soliden Zahlen und einer außergewöhnlich langen Dividendentradition aufsetzt. Wie passt das zusammen?
Wechsel an der juristischen Spitze
Der REIT hat am 2. März mitgeteilt, dass Michelle Bushore das Unternehmen verlässt. Sie ist Executive Vice President, Chief Legal Officer, General Counsel und Secretary. Damit der Übergang geordnet läuft, bleibt Bushore noch bis zum 2. September 2026 im Amt, während die Gesellschaft einen Nachfolger sucht.
Teil der Übergangsvereinbarung (datiert auf den 26. Februar) ist zudem ein Bindungsprogramm: Bushore erhält eine Aktienzuteilung in Form gesperrter Aktien im Wert von 512.663 US-Dollar. Diese wird zum Ende der Übergangsphase fällig – allerdings nur, wenn sie bis dahin im Unternehmen bleibt und Ansprüche freigibt. Das Management lobte ihre Rolle unter anderem bei zwei wichtigen M&A-Transaktionen sowie beim Ausbau von Governance- und Compliance-Strukturen. Der Tenor: ein geplanter, stabilitätsorientierter Wechsel – kein Kurswechsel.
2026-Plan: 8 Milliarden Dollar Investments
Nur einen Tag später, am Dienstag, präsentierte CEO Sumit Roy auf der 31. Citi Global Property CEO Conference die Prioritäten für 2026. Im Zentrum stand der Anspruch, verlässliche Erträge zu liefern – und dafür weiter kräftig zu investieren.
Konkret stellt Realty Income für 2026 ein Investitionsvolumen von rund 8,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Als Rückenwind verweist das Unternehmen auf die Dynamik zum Jahresende: Allein im vierten Quartal lag das Investmentvolumen bei 2,4 Milliarden US-Dollar – ein spürbarer Anstieg der Aktivität.
Ein weiterer Baustein ist privates Kapital und internationale Expansion. Im Januar wurde eine strategische Beziehung mit GIC bekannt gegeben, inklusive eines Build-to-suit-Joint-Ventures mit zusammen über 1,5 Milliarden US-Dollar an Zusagen. Zudem expandierte Realty Income erstmals nach Mexiko, verbunden mit einer Takeout-Zusage über 200 Millionen US-Dollar für ein langfristig in US-Dollar vermietetes Industrie-Portfolio. Außerdem rechnet das Unternehmen damit, eine zuvor angekündigte „Cornerstone“-Eigenkapitalrunde spätestens bis zum 31. März 2026 abzuschließen; die Zusagen in dieser Runde sollen bei 1,7 Milliarden US-Dollar gedeckelt werden.
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Zahlen, Cashflow und Dividenden-Disziplin
Die jüngsten Quartalszahlen zeichnen laut Unternehmen ein konstruktives Bild für den Start ins Jahr 2026. Im vierten Quartal 2025 lag der Gewinn je Aktie bei 1,08 US-Dollar und traf damit die Markterwartung. Auffällig: Der Umsatz übertraf mit 1,49 Milliarden US-Dollar die Schätzung von 1,40 Milliarden US-Dollar; gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 11,0%.
Für REITs besonders wichtig ist der operative Cashflow. Realty Income meldete für 2025 ein Adjusted Funds from Operations (AFFO) von 4,28 US-Dollar je Aktie. Für 2026 gibt das Management eine AFFO-Spanne von 4,38 bis 4,42 US-Dollar je Aktie aus – das entspricht am Mittelpunkt rund 2,8% Wachstum und laut Unternehmen etwa 9% „total operational return“.
Beim Thema Dividenden bleibt Realty Income seinem Ruf treu: Im Dezember 2025 wurde die 113. Dividendenerhöhung in Folge auf Quartalsbasis gemeldet (insgesamt die 133. Erhöhung seit dem NYSE-Listing 1994). Die annualisierte Dividende lag zum 31. Dezember 2025 bei 3,240 US-Dollar je Aktie. Zuletzt wurde zudem eine monatliche Dividende von 0,27 US-Dollar angekündigt, zahlbar am Freitag, 13. März (Record Date: 27. Februar).
Einordnung: Stabilität statt Tempo
Operativ stützt die hohe Auslastung das Bild eines defensiven Cashflow-Modells: Zum 31. Dezember 2025 lag die Occupancy bei 98,9%, das Portfolio umfasst über 15.500 Immobilien in allen 50 US-Bundesstaaten, im Vereinigten Königreich und in acht weiteren europäischen Ländern. Gleichzeitig macht der Ausblick klar, wo die Messlatte liegt: Das AFFO-Wachstum ist für 2026 „nur“ im niedrigen einstelligen Bereich geplant, während höhere Kreditverluste und der langsame AFFO-pro-Aktie-Zuwachs laut Text derzeit noch nicht durch Gebühreneinnahmen aus neuen Vehikeln kompensiert werden.
An der Börse bewegt sich die Aktie nahe ihrem Jahreshoch: Mit 56,65 € liegt sie nur rund 2% unter dem 52‑Wochen‑Hoch. Entscheidend für 2026 wird damit weniger ein einzelner Personalwechsel sein, sondern ob Realty Income die geplanten ~8 Milliarden US-Dollar Investments sowie die neuen Partnerschaften umsetzen kann, ohne dass Kreditverluste und das moderate Cashflow-Wachstum die Ertragsstory verwässern.
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