Steigende Renditen am US-Anleihemarkt setzen den Immobiliensektor spürbar unter Druck. Während 30-jährige Papiere mit 5,48 Prozent ein Niveau erreichten, das seit 2004 nicht mehr verzeichnet wurde, trennten sich Investoren breitflächig von zinssensitiven Werten.
Laut der Financial Times trugen Verkäufe von Hedgefonds und REITs zu der Abwärtsdynamik bei. Realty Income markierte an den US-Börsen am Mittwoch mit einem Schlusskurs von 54,30 US-Dollar den dritten Verlusttag in Folge.
Makroökonomischer Gegenwind durch Zinsniveau
Hintergrund der anhaltenden Schwäche im Immobiliensektor ist das Zinsumfeld in den USA. Die US-Inflation lag im August bei 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verharrt damit über der Zielmarke der Federal Reserve von 2,0 Prozent.
Für kapitalintensive Immobiliengesellschaften bedeuten die hohen Benchmark-Renditen nicht nur steigende Refinanzierungskosten bei der Neuemission von Unternehmensanleihen, sondern auch eine wachsende Konkurrenz durch festverzinsliche Wertpapiere.
Vor diesem Hintergrund geriet der gesamte REIT-Sektor ins Hintertreffen. Realty Income verbuchte im vergangenen Monat einen Kursrückgang von mehr als zehn Prozent an der Heimatbörse und blieb damit hinter dem breiteren Finanzsektor zurück. Im deutschen vorbörslichen Handel notiert das Papier heute bei 48,20 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief schrumpfte damit auf 1,7 Prozent.
Zacks prognostiziert Umsatz- und Gewinnwachstum
Trotz des schwierigen Zinsumfelds rechnen Marktbeobachter operativ mit Zuwächsen beim US-Konzern. Das Analysehaus Zacks erwartet für das kommende Quartal einen Gewinn je Aktie von 1,11 US-Dollar, was einem Anstieg von 2,78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Der Umsatz soll den Prognosen zufolge um 7,6 Prozent auf 1,58 Milliarden US-Dollar zulegen.
Auch auf Jahressicht signalisieren die Schätzungen eine moderate operative Expansion. Für das Gesamtjahr stellt Zacks einen Gewinn von 4,42 US-Dollar je Aktie sowie Gesamterlöse von 6,3 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die kommenden Geschäftszahlen werden zeigen müssen, inwieweit die Mieteinnahmen und die vertraglichen Staffelungen die gestiegenen Zinskosten ausgleichen können.
Stand heute, 1. Oktober: Realty Income – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Realty Income investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
