IQM Quantum Computers geht in die Offensive. Nur wenige Wochen nach dem Börsengang übernimmt der europäische Quanten-Pionier Teile der Berliner Quantistry GmbH. Damit sichert sich das Unternehmen entscheidendes Wissen im Software-Bereich.
Software-Offensive für die Industrie
IQM kauft proprietäre Softwareanwendungen und Algorithmen. Parallel dazu übernimmt der Konzern das geistige Eigentum der Berliner Spezialisten für Quantensimulationen. Das Ziel: Die Hardware enger mit Anwendungen zu verzahnen.
Klassische Rechenverfahren erreichen bei der Simulation komplexer Moleküle oft ihre Grenzen. IQM will diese Lücke nun schneller schließen. Die Integration der neuen Technologie beschleunigt industrielle Anwendungen deutlich.
Das Kernteam von Quantistry verstärkt IQM ab sofort. Die Experten decken drei wichtige Felder ab:
- Simulation neuer Leichtbaumaterialien für Autos und Flugzeuge.
- Suche nach Wirkstoffen in der Pharmaindustrie.
- Entwicklung effizienterer Batterien und Halbleiter.
Erster Zukauf nach NASDAQ-Debüt
Die Übernahme ist der erste große Schritt seit der Fusion mit der Real Asset Acquisition Corp. Anfang Juli. IQM gilt als erstes börsennotiertes Quantencomputer-Unternehmen Europas. Der Börsengang brachte frisches Kapital für die geplante Expansion.
Marktbeobachter sehen in dem Deal ein Signal für die Konsolidierung der Branche. Während Hardware viel Kapital bindet, entscheidet die Software über den Markterfolg. IQM verfolgt hier einen konsequenten „Full-Stack“-Ansatz. Alle Komponenten kommen künftig aus einer Hand.
Das Unternehmen hat bereits über 20 Quantensysteme verkauft. Der geschätzte Marktwert liegt aktuell bei rund 1,82 Milliarden Euro. IQM beliefert namhafte Supercomputing-Zentren und Forschungseinrichtungen weltweit.
IQM nutzt die neuen Software-Fähigkeiten, um die Umsatzbasis über den reinen Hardware-Verkauf hinaus zu verbreitern. Das Management fokussiert sich nun auf skalierbare Cloud-Angebote und Vor-Ort-Installationen für Industriekunden.
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