Qurate Retail zieht die Reißleine. Der Mutterkonzern von QVC und HSN flüchtet sich in ein US-Insolvenzverfahren nach Chapter 11, um einen massiven Schuldenberg abzutragen. Die Börse reagierte am Donnerstagmorgen mit Panik: Die Aktie stürzte zeitweise um über 65 Prozent ab.
Radikale Entschuldung geplant
Das Unternehmen hat mit einer deutlichen Mehrheit seiner Kreditgeber ein Restrukturierungsabkommen geschlossen. Der Plan sieht vor, die Verbindlichkeiten von rund 6,6 Milliarden Dollar auf 1,3 Milliarden Dollar zu drücken. Dieser gerichtliche Prozess soll innerhalb von etwa 90 Tagen abgeschlossen sein.
Während die US-Töchter unter den Gläubigerschutz schlüpfen, bleibt das internationale Geschäft von dem Verfahren unberührt. Das Management strebt einen sogenannten „Prepackaged“-Ansatz an, bei dem die wesentlichen Bedingungen bereits vorab mit den Gläubigern geklärt wurden.
Betrieb läuft unvermindert weiter
Trotz des juristischen Bebens bleiben die Verkaufskanäle von QVC und HSN für Kunden geöffnet. Das Unternehmen betont, dass alle Marken wie gewohnt operieren. Lieferanten und Dienstleister sollen vollständig bezahlt werden, während Entlassungen derzeit nicht vorgesehen sind.
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Die finanzielle Notlage verschärfte sich zuletzt durch sinkende Umsätze in allen Segmenten. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte Qurate Retail einen Nettoverlust von über zwei Milliarden Dollar. Besonders schwer wogen nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf Firmenwerte und Markennamen.
Fokus auf Social Shopping
Hoffnung schöpft der Vorstand aus der Neuausrichtung auf digitale Plattformen. Über TikTok Shop konnte Qurate im vergangenen Jahr fast eine Million Neukunden in den USA gewinnen. Indes stiegen die Umsätze im Streaming-Bereich um 19 Prozent, was die Abhängigkeit vom klassischen Fernsehen verringern soll.
Der Fokus liegt nun auf dem Abschluss des Verfahrens im Sommer 2026. Gelingt die geplante Entschuldung, startet der Konzern mit einer um rund fünf Milliarden Dollar reduzierten Last in die nächste Phase seiner digitalen Transformation.
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