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Qualcomm Aktie: Unter Druck

Qualcomms Aktie steht unter Druck durch einen Materialengpass bei 'Glass Cloth', Analysten-Herabstufungen und Unsicherheiten über die Zukunft des Apple-Geschäfts.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Materialknappheit bei Spezialsubstrat 'Glass Cloth'
  • Herabstufung durch Mizuho und RBC Capital
  • Risiko durch möglichen Wegfall von Apple-Umsätzen
  • Blick auf Quartalszahlen am 4. Februar 2026

Qualcomm steckt zwischen kurzfristigen Lieferproblemen und mittelfristigen Nachfragefragen. Während der Chipsektor von starken Zahlen des Branchenriesen TSMC profitiert, kann der US-Konzern daraus kaum Kapital schlagen. Im Fokus stehen ein Engpass bei einem zentralen Material, eine spürbare Neubewertung durch Analysten und die Unsicherheit rund um das Apple-Geschäft.

Lieferengpass bremst Fantasie

Auslöser der jüngsten Skepsis ist ein spezifisches Problem in der Lieferkette: ein Mangel an hochwertigem „Glass Cloth“. Dieses Spezialmaterial wird für Substrate und Leiterplatten in Chips verwendet – und ist derzeit knapp.

Berichte vom 14. und 15. Januar sprechen von einer deutlichen Unterversorgung, getrieben vor allem durch die hohe Nachfrage aus dem KI-Bereich, der um dieselben Ressourcen konkurriert. Neue Kapazitäten sollen erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 nennenswert zur Verfügung stehen. Damit droht Qualcomm über einen längeren Zeitraum mit angespannten Materialkosten und potenziellen Produktionsengpässen leben zu müssen.

Zwar versuchen Qualcomm und Apple laut den Berichten, alternative Bezugsquellen zu sichern. Doch die unmittelbare Unsicherheit hat die Stimmung eingetrübt und zu einem merklichen Rückgang der Aktie in dieser Woche beigetragen.

Analysten drehen den Daumen

Parallel zum Lieferketten-Thema hat sich auch die Einschätzung an der Wall Street abgekühlt. Am 9. Januar stufte Mizuho die Aktie von „Outperform“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel deutlich von 200 auf 175 US-Dollar. Dahinter stehen mehrere Sorgenpunkte:

  • Apple-Modems: Es wächst die Befürchtung, dass Apple die Modems von Qualcomm früher als gedacht durch Eigenentwicklungen ersetzt. Interne Modellrechnungen des Managements sehen die Apple-Umsätze bis 2027 im Extremfall bei null.
  • China-Schwäche: Der Smartphone-Markt in China zeigt sich verhalten, was direkt auf die Nachfrage nach Qualcomm-Chips durchschlagen kann.
  • Mehr Wettbewerb: In wichtigen Märkten nimmt der Druck durch lokale Anbieter zu.

Zusätzlich hat RBC Capital am 15. Januar mit „Sector Perform“ (Hold) und einem Kursziel von 180 US-Dollar die Beobachtung aufgenommen. Die Botschaft aus beiden Häusern: Das Aufwärtspotenzial wird kurzfristig als begrenzt eingeschätzt – ein weiterer Grund, warum die Kaufbereitschaft derzeit überschaubar bleibt.

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Insiderverkäufe und Kennzahlen im Blick

Auch interne Transaktionen und anstehende Termine werden genau beobachtet. Auf Managementebene kam es zuletzt zu größeren Verkäufen, allerdings im Rahmen vorab festgelegter Programme:

  • CEO Cristiano R. Amon veräußerte am 1. Oktober 2025 rund 150.000 Aktien für insgesamt knapp 24,83 Millionen US-Dollar.
  • CFO Akash Palkhiwala trennte sich am 2. Januar 2026 von 3.333 Aktien.

Diese Verkäufe erfolgten über sogenannte Rule-10b5-1-Pläne, also automatisierte Programme, die unabhängig vom aktuellen Nachrichtenfluss laufen. Dennoch registrieren Investoren solche Bewegungen in der aktuellen Phase besonders aufmerksam.

Fundamental richtet sich der Blick bereits auf den 4. Februar 2026: Dann legt Qualcomm die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Das Unternehmen peilt ein Ergebnis je Aktie (EPS) zwischen 3,30 und 3,50 US-Dollar an – diese Spanne wird zum Gradmesser dafür, wie robust das Geschäft trotz Materialknappheit, China-Schwäche und Apple-Risiko ist.

Charttechnisch notiert die Aktie aktuell knapp über einer wichtigen Unterstützung um 160 US-Dollar. Gestern schloss der Kurs bei 161,39 US-Dollar, was einem Rückgang von gut 9 % auf Sicht einer Woche entspricht, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem 52‑Wochentief und komfortabel über den gängigen Durchschnittslinien.

Sektorumfeld und Ausblick bis zur Zahlenvorlage

Interessant ist der Kontrast zum übrigen Sektor: TSMC hat heute mit starken Quartalszahlen den Halbleiterbereich gestützt. Qualcomm kann von diesem Rückenwind jedoch kaum profitieren, da unternehmensspezifische Risiken den positiven Branchentrend überlagern.

In den kommenden Wochen läuft vieles auf zwei Punkte hinaus: Erstens muss das Management auf dem Earnings Call konkret darlegen, wie es mit dem „Glass Cloth“-Engpass umgeht und welche Alternativen realistisch sind. Zweitens wird entscheidend sein, wie glaubwürdig und detailliert Qualcomm den absehbaren Rückgang der Apple-Umsätze adressiert und welche Wachstumsfelder diese Lücke perspektivisch schließen sollen. Anhand dieser Antworten werden Investoren einschätzen, ob der aktuelle Druck vor allem eine Bewertungsanpassung ist – oder der Beginn einer längeren Phase mit begrenztem Kurspotenzial.

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