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Qualcomm Aktie: JPMorgan hebt Ziel auf 265 Dollar

Wells Fargo und JPMorgan heben die Kursziele für Qualcomm deutlich an. Der Fokus liegt auf dem Rechenzentrumsgeschäft und dem anstehenden Investor Day.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wells Fargo und JPMorgan erhöhen Kursziele
  • Rechenzentrum als neue Wachstumssäule
  • Investor Day am 24. Juni entscheidend
  • Aktie erholt sich von Juni-Einbruch

Zwei Großbanken, eine Woche, dramatisch höhere Kursziele. Qualcomm erlebt gerade eine bemerkenswerte Neubewertung — und die eigentliche Entscheidung fällt erst am 24. Juni.

Analysten erhöhen die Messlatte

Wells Fargo hob sein Kursziel von 160 auf 230 Dollar an und begründet das mit Qualcomms AI100 Ultra. Der Chip ist inzwischen über AWS verfügbar und liefert laut Wells Fargo wettbewerbsfähige Erlöse pro GPU-Stunde gegenüber anderen Cloud-KI-Produkten. Das Rating bleibt bei Equal-Weight.

JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee ging noch weiter. Er erhöhte sein Ziel von 160 auf 265 Dollar. Chatterjee rechnet damit, dass Qualcomm seinen Investor Day nutzt, um eine breitere Diversifizierungsstory zu präsentieren — getragen von Rechenzentren, Automotive und IoT. Sein Modell enthält nun rund 3 Milliarden Dollar Rechenzentrumsumsatz für das Geschäftsjahr 2027. Auf Basis eines 23-fachen Gewinnmultiplikators auf seinen EPS-Schätzung von 11,50 Dollar für 2027 kommt er auf die 265 Dollar.

Daiwa Capital stufte die Aktie auf Outperform hoch mit einem Ziel von 225 Dollar. Tigress Financial bleibt bei Buy mit 280 Dollar. Nicht alle ziehen mit: Bank of America Securities hält an seiner Verkaufsempfehlung fest.

Das Rechenzentrum als neues Fundament

JPMorgan erwartet, dass Qualcomm auf dem Investor Day konkrete Umsatzziele für Rechenzentren nennt — über 3 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2027, bis zu 35 Milliarden Dollar bis 2031. Die Strategie soll auf drei Säulen ruhen: maßgeschneiderte Chips, Standard-CPUs und KI-Beschleuniger.

CEO Cristiano Amon bestätigte bereits im Mai, dass erste ASIC-Lieferungen vorgezogen wurden. Ursprünglich für das Geschäftsjahr 2027 geplant, sollen sie nun noch im Kalenderjahr 2026 erfolgen.

Chatterjee prognostiziert, dass Qualcomms Umsatz außerhalb des Smartphone-Segments von rund 13 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2026 auf etwa 69 Milliarden Dollar bis 2031 steigen könnte. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von mehr als 40 Prozent.

Erholung nach hartem Einbruch

Die Aktie hatte es im Juni schwer. Bis zum 10. Juni verlor sie 26 Prozent gegenüber ihrem Jahreshoch — belastet durch Nvidias RTX Spark im Windows-on-Arm-Markt und regulatorische Unsicherheiten rund um einen KI-Chip-Deal mit ByteDance. Am Freitag pendelte der Kurs zwischen 200 und 215 Dollar.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Qualcomms Anteil am diesjährigen iPhone-Launch liegt bei rund 20 Prozent, ohne Perspektive auf eine weitere Zusammenarbeit mit Apple. UBS beziffert diesen Gegenwind auf 4 bis 5 Milliarden Dollar jährlich. Automotive und IoT wachsen, aber langsam.

Genau deshalb trägt der Investor Day am 24. Juni so viel Gewicht. Qualcomm muss zeigen, dass das Rechenzentrum-Geschäft die Apple-Lücke mittelfristig schließen kann — mit konkreten Zahlen, nicht nur Versprechen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.