Der Speichermarkt ist im Ausnahmezustand. KI-Konzerne und Hyperscaler saugen die globalen Kapazitäten auf. Qualcomm reagiert nun mit einem ungewöhnlichen Schritt. Der Chip-Entwickler testet für seinen kommenden Flaggschiff-Prozessor Snapdragon 8 Elite Gen 6 gleich zwei Varianten.
Eine Standard-Version unterstützt LPDDR5X-Speicher. Die teurere „Pro“-Variante setzt auf LPDDR6. Das Ziel: Smartphone-Herstellern mehr Flexibilität bei den Komponentenkosten geben. Sonst droht ein Wechsel zur Konkurrenz von MediaTek.
Milliarden-Deals und neue Märkte
Die Nachricht kommt kurz vor Qualcomms Investorentag Ende Juni. Der Markt erwartet konkrete Pläne für das Rechenzentrumsgeschäft. Die neue „Dragonfly“-Marke für kundenspezifische Server-Chips steht im Fokus. Dazu kommen Details zu möglichen Partnerschaften mit großen Cloud-Anbietern.
Qualcomm hat sich in den ersten Monaten 2026 breiter aufgestellt. Die Übernahme von Alphawave Semi für 2,4 Milliarden Dollar ist abgeschlossen. Zudem gibt es Gespräche mit dem KI-Startup Tenstorrent über einen milliardenschweren Deal. Auch Industrie-Automation und Wearables sind im Fokus. Eine Edge-KI-Produktlinie mit Visteon und eine neue XR-Brille mit dem Snapdragon Reality Elite zeigen die Richtung.
Die Aktie notiert bei 198,96 Euro – ein Plus von 0,78 Prozent an diesem Montag. Auf Jahressicht steht ein Gewinn von 34,8 Prozent. Der RSI von 56,8 signalisiert eine neutrale technische Lage.
Der Investorentag wird zeigen, ob Qualcomm den Spagat zwischen smartem Handelsgeschäft und KI-Infrastruktur schafft. Konkrete Umsatzziele für die neuen Segmente sind der entscheidende Gradmesser.
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