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Qualcomm Aktie: 20 Milliarden für Aktienrückkäufe genehmigt

Qualcomm reagiert auf gesättigten Handy-Markt mit 20 Mrd. USD Aktienrückkauf, Führungswechsel in EMEA und Fokus auf Auto- und IoT-Geschäft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 20 Mrd. USD für Aktienrückkäufe
  • Neuer EMEA-Chef Wassim Chourbaji
  • Smartphone-Auslieferungen in Indien sinken
  • Dividende bleibt bei 0,92 USD

Angesichts eines stagnierenden Smartphone-Marktes leitet der US-Halbleiterkonzern Qualcomm eine strategische Neuausrichtung ein. Das Unternehmen reagiert auf die Marktsättigung im Kerngeschäft mit personellen Veränderungen an der Spitze wichtiger Regionen und einem massiven Kapitalrückführungsprogramm für seine Aktionäre.

Während der Konzern den Fokus verstärkt auf die Bereiche Automobil und das Internet der Dinge (IoT) legt, untermauert das Board diese Ambitionen mit der Genehmigung weiterer Aktienrückkäufe im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar.

Strategiewechsel in der EMEA-Region

Qualcomm stellt die Weichen für ein Wachstum jenseits des klassischen Mobilfunkgeschäfts. Im Zuge einer Umstrukturierung der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) wurde Wassim Chourbaji zum Senior Vice President und President EMEA ernannt.

Sein Vorgänger Enrico Salvatori übernimmt die Rolle des Chairman und wird sich bis zu seinem Ruhestand im Juni 2027 primär auf das Automobilsegment konzentrieren. Diese personelle Rochade unterstreicht das Ziel des Managements, die Abhängigkeit von Handset-Chips zu verringern.

Aktuellen Marktanalysen zufolge strebt Qualcomm bis zum Jahr 2029 einen Gesamtumsatz von rund 60,5 Milliarden US-Dollar an, wobei der Gewinn auf 11,5 Milliarden US-Dollar steigen könnte. Optimistischere Prognosen kalkulieren sogar mit einem Gewinn von 12,4 Milliarden US-Dollar bei einem etwas niedrigeren Umsatzniveau. Der Umbau hin zu Non-Handset-Lösungen wie Rechenzentren und vernetzten Fahrzeugen gilt dabei als zentraler Wachstumstreiber.

Herausforderungen im Smartphone-Sektor

Der Druck auf das angestammte Geschäft bleibt jedoch hoch. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Omdia brachen die Smartphone-Auslieferungen in Indien im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 33,9 Millionen Einheiten ein.

Auch in den USA zeigt sich ein rückläufiger Trend: Laut Counterpoint sanken die Verkäufe im Prepaid-Segment im selben Zeitraum um 11 Prozent. Als Hauptgründe gelten steigende Kosten für Speicherchips sowie die Inflation, die das verfügbare Einkommen der Konsumenten belastet.

Zudem wächst der technologische Wettbewerb. Der chinesische Hersteller Honor entwickelte Berichten zufolge für sein neuestes Modell einen eigenen Bildverarbeitungschip, da der aktuelle Snapdragon 8 Elite Gen 5 bei professionellen Videofunktionen nicht die geforderten Standards erfüllte. Solche Eigenentwicklungen der Hardware-Partner könnten den Marktanteil von Qualcomm im Premium-Segment künftig unter Druck setzen.

Kapitalrückführung und Marktlage

Um das Vertrauen der Investoren zu stärken, hat das Board neben dem milliardenschweren Rückkaufprogramm die Quartalsdividende bei 0,92 US-Dollar pro Aktie bestätigt. Dies entspricht einer jährlichen Ausschüttung von 3,68 US-Dollar.

In den jüngsten Quartalszahlen wies Qualcomm einen Umsatz von 9,95 Milliarden US-Dollar aus, was zwar über den Markterwartungen lag, aber einem Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) verfehlte mit 2,21 US-Dollar knapp die Konsensschätzung von 2,23 US-Dollar.

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Phase der Neuorientierung in einer gedämpften Kursentwicklung wider. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 143,18 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein Minus von 3,2 Prozent. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier zudem rund 10 Prozent unter seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, der bei 159,42 Euro liegt.

Analysten bewerten den Titel derzeit mehrheitlich mit „Hold“, wobei das durchschnittliche Kursziel bei rund 203,63 US-Dollar angesiedelt ist. Institutionelle Anleger bleiben mit einem Anteil von über 74 Prozent weiterhin stark investiert, wobei im zweiten Quartal sowohl Positionsaufbauten durch Independent Financial Group als auch Teilverkäufe durch Matrix Asset Advisors zu beobachten waren.

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Diskussion zu Qualcomm

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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