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Qualcomm Aktie: 15 Milliarden für Rechenzentren bis 2029

Trotz massiv angehobener Kursziele und milliardenschwerer Pläne im Rechenzentrum verliert die Qualcomm-Aktie deutlich an Wert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt auf 164,74 Euro
  • Analysten heben Kursziele an
  • Rechenzentrum als neuer Milliardenmarkt
  • Auto-Sparte soll Smartphones ersetzen

Starke Prognosen, schwache Kurse. Bei Qualcomm klaffen die Visionen des Managements und die Realität an der Börse derzeit weit auseinander. Während Analysten ihre Kursziele nach dem jüngsten Investorentag massiv anheben, schicken Anleger die Papiere auf Talfahrt.

Trotz der rosigen Aussichten steht die Aktie unter Druck. Aktuell notiert das Papier bei 164,74 Euro. Damit rutschte der Kurs auf Monatssicht um über 16 Prozent ab. Die 50-Tage-Linie bei rund 174 Euro hat der Titel nach unten durchbrochen.

Die Wall Street zieht derweil andere Schlüsse aus den neuen Unternehmenszielen. Mehrere Banken haben ihre Kursziele deutlich nach oben geschraubt. Benchmark sieht den fairen Wert nun bei 300 US-Dollar. Auch die DZ Bank rät zum Kauf und hebt das Ziel auf 265 US-Dollar an.

Sogar skeptische Stimmen passen sich an. Barclays rät zwar weiterhin zum Verkauf, erhöhte das Ziel aber massiv auf 245 US-Dollar. Im Durchschnitt sehen über 30 Experten den fairen Wert der Aktie bei rund 219 US-Dollar.

Der Milliarden-Schwenk ins Rechenzentrum

Der Grund für den Optimismus liegt in einem strategischen Umbau. Qualcomm will sich als ernstzunehmender Spieler im Bereich der Rechenzentren etablieren. Bis zum Geschäftsjahr 2029 plant das Management hier zusätzliche Einnahmen von über 15 Milliarden US-Dollar.

Dafür setzt der Konzern auf sein neues „Dragonfly“-Portfolio. Diese Architektur stapelt Chips vertikal. Das verringert den Abstand zwischen Speicher und Recheneinheit. Daten fließen so deutlich schneller.

Die erste Generation dieser Architektur startet nächstes Jahr in Rechenzentren. Ab 2028 sollen die Chips dann breit kommerziell verfügbar sein. Später will Qualcomm diese Technologie auch in Smartphones integrieren.

Nutzer könnten dann komplexe KI-Modelle direkt auf dem Handy ausführen. Der Akku soll dabei geschont werden. Wann genau dieser Schritt erfolgt, ließ das Management noch offen.

Autos ersetzen Smartphones

Dieser Wandel verändert die Struktur des Konzerns. Das klassische Smartphone-Geschäft dürfte an Bedeutung verlieren. Mizuho rechnet damit, dass der Umsatzanteil in diesem Segment auf unter ein Drittel sinkt.

Als Ausgleich dienen neue Wachstumsmärkte. Im Automobilsektor erwartet Qualcomm bis 2029 Einnahmen von rund 10 Milliarden US-Dollar. Die Auftragspipeline in diesem Bereich wuchs zuletzt auf über 65 Milliarden US-Dollar an.

Heute Nachmittag stellt sich das Management weiteren Fragen. Benchmark veranstaltet um 13 Uhr ein virtuelles Investorentreffen. Hier muss Qualcomm die ehrgeizigen Ziele weiter untermauern.

Die Börse verlangt nun harte Fakten. Der weite Abstand zum Jahreshoch von knapp 223 Euro zeigt die aktuelle Skepsis. Echte Klarheit über den finanziellen Erfolg der neuen Strategie bringen erst die nächsten Quartalszahlen Ende Juli 2026.

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