Puma kämpft an zwei Fronten gleichzeitig: Ein Rekordverlust von knapp 644 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 und eine US-Zollbelastung von rund 80 Millionen Euro beim Vorsteuergewinn setzen den Herzogenauracher Sportartikelhersteller erheblich unter Druck. Jetzt zieht das Unternehmen vor Gericht.
Eine US-Tochter von Puma hat beim amerikanischen Bundesgericht für internationalen Handel in New York Klage gegen die Zölle eingereicht, die Präsident Trump ab Februar 2025 per Exekutivverordnung verhängt hatte. Das Ziel: die gerichtliche Feststellung der Rechtswidrigkeit und die vollständige Rückerstattung bereits gezahlter Beträge inklusive Zinsen. Rein strategisch ist die Klage dabei weniger eine politische Geste als eine juristische Pflichtübung — nach US-Recht gelten gezahlte Zölle als endgültig, sofern sie nicht fristgerecht angefochten werden. Mehr als 1.000 Unternehmen haben diesen Weg bereits beschritten.
Tiefe Verluste, langer Weg zurück
Der operative Schaden des Geschäftsjahres 2025 ist beträchtlich. Der Umsatz brach währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro ein. Beim EBIT drehte das Ergebnis von einem Gewinn von 548,7 Millionen Euro im Vorjahr auf einen Verlust von 357,2 Millionen Euro. Ursache war vor allem der Abbau überfüllter Lagerbestände kombiniert mit umfangreichen Restrukturierungskosten.
Für 2026 erwartet CEO Arthur Hoeld ein EBIT zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro. Eine nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone plant das Unternehmen erst ab 2027.
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Immerhin: Der Lagerabbau verläuft schneller als erwartet und soll bis Jahresende ein normalisiertes Niveau erreichen. Strategisch setzt Puma auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, bei der elf Nationalmannschaften — darunter Portugal, Marokko und die Schweiz — in Puma-Trikots antreten. Parallel entsteht in Suzhou gemeinsam mit Shincell New Materials ein Forschungslabor für Hochleistungs-Schaumstofftechnologien, was auch in die Wachstumspläne des Großaktionärs Anta Sports (rund 29 Prozent der Anteile) passt.
Zwei Termine im April und Mai
Die Shortquote liegt mit 8,08 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Zwölfmonatsdurchschnitt von 3,41 Prozent — ein Indikator dafür, dass viele Marktteilnehmer auf weitere Kursschwäche setzen.
Am 30. April legt Puma die Q1-Zahlen für 2026 vor. Diese werden zeigen, ob der Restrukturierungskurs erste messbare Spuren hinterlässt. Am 19. Mai folgt die Hauptversammlung, auf der die Aktionäre formell über den Dividendenverzicht für das verlustreiche Vorjahr abstimmen.
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