Der Sportartikelhersteller Puma hat am gestrigen Freitag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. In einem herausfordernden Marktumfeld verzeichnete das Unternehmen zwar einen deutlichen Umsatzrückgang, konnte jedoch seine operative Bilanz gegenüber dem Vorjahr stabilisieren. Trotz der rückläufigen Erlöslage hält das Management an den Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest, das intern als Übergangsphase gewertet wird.
Operative Fortschritte trotz Umsatzminus
Der währungsbereinigte Umsatz sank im Berichtszeitraum um 9,4 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro. Gleichzeitig gelang es Puma jedoch, das operative Ergebnis (EBIT) merklich zu verbessern. Der Verlust auf dieser Ebene verringerte sich von minus 109,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun minus 53,1 Millionen Euro. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Rohertragsmarge, die um 180 Basispunkte auf 48,0 Prozent zulegte. Laut Unternehmensangaben stützten niedrigere Beschaffungskosten sowie US-Zollrückerstattungen in Höhe von 11,5 Millionen Euro diese positive Margenentwicklung.
Besonders deutlich zeigte sich der Fortschritt beim Cashflow. Der freie Cashflow kletterte im zweiten Quartal auf 328,8 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch bei 94,9 Millionen Euro gelegen hatte. Diese Steigerung resultierte primär aus einem konsequenten Abbau der Vorräte. Die Lagerbestände sanken um 15,3 Prozent auf einen Wert von 1,82 Milliarden Euro.
Personelle Neuausrichtung und strategische Beteiligungen
Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer Phase der personellen Neuausrichtung an der Führungsspitze. Seit dem 1. Mai fungiert Mark Langer, der zuvor für Douglas und Hugo Boss tätig war, als Finanzvorstand. Zudem ernannte der Konzern am 22. Juli Dusan Hamlin mit sofortiger Wirkung zum neuen Vice President E-Commerce. Diese Weichenstellungen fallen in ein Jahr, in dem strategische Investoren wie die Anta Sports mit einem Anteil von 29 Prozent und die Frasers Group mit knapp 6 Prozent ihre Beteiligungen Medienberichten zufolge stabil halten.
Die Reaktion am Kapitalmarkt spiegelte am gestrigen Freitag die Ambivalenz der Ergebnisse wider. Während die Profitabilitätskennzahlen und die Cashflow-Entwicklung die Erwartungen stützten, bleibt die schwache Umsatzdynamik ein zentraler Diskussionspunkt. Analyst James Grzinic von Jefferies bezeichnete den Weg zur Wiedergewinnung der Markenattraktivität als mühsam und bestätigte seine „Hold“-Einstufung mit einem Kursziel von 27,50 Euro. Piral Dadhania von RBC Capital Markets beließ die Einstufung auf „Sector Perform“ mit einem Ziel von 25,00 Euro und verwies auf eine erwartete Geschäftsbelebung in der zweiten Jahreshälfte.
Marktreaktion und Ausblick auf das Gesamtjahr
Am gestrigen Freitag verzeichnete die Aktie im deutschen Handel einen Rückgang von 2,61 Prozent. Damit setzte das Papier einen Teil seiner bisherigen Jahresgewinne wieder ab, weist jedoch seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von 23,90 Prozent auf. Mit dem aktuellen Niveau notiert der Wert zudem 17,90 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Management die bisherige Prognose. Puma erwartet weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis soll am Ende des Geschäftsjahres in einer Spanne zwischen minus 50 Millionen Euro und minus 150 Millionen Euro liegen. Neue Erkenntnisse über den weiteren Verlauf des Turnarounds werden am 30. Oktober erwartet, wenn das Unternehmen die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht.
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