Verluste, Umsatzminus, Restrukturierung — und trotzdem greifen Anleger zu. Die Puma-Aktie führt am Freitag die MDAX-Gewinnerliste mit weitem Abstand an. Zeitweise legte sie gut acht Prozent auf 27,28 Euro zu.
Weniger Umsatzminus, weniger Lager
Im dritten Quartal sank der Umsatz währungsbereinigt um 6,3 Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro. Der Rückgang fiel damit geringer aus als im Vorquartal und auch geringer als vom Markt erwartet. Schwach blieb vor allem das Großhandelsgeschäft in Europa und Nordamerika. Puma liefert dort bewusst weniger Ware aus, weil Händler wegen der schwachen Konsumlaune stark rabattieren. Asien/Pazifik wuchs dagegen, ebenso der E-Commerce.
Die Lagerbestände gingen um rund ein Viertel zurück. Jefferies-Analyst James Grzinic nannte das ermutigend, beließ sein Votum aber bei „Hold“ mit einem Kursziel von 23,50 Euro. Die DZ Bank verwies zudem auf die starke Entwicklung in Asien/Pazifik und das Wachstum bei Running und Training.
Rote Zahlen, bereinigt knapp positiv
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 54,9 Millionen Euro, nach 62,3 Millionen im Vorjahresquartal. Das EBIT lag bei minus 11,4 Millionen Euro. Darin stecken eine Zollrückerstattung von 29,8 Millionen Euro und Einmalkosten für das Sparprogramm von 11,7 Millionen Euro. Bereinigt blieb ein kleiner Gewinn von 0,4 Millionen Euro.
Die Rohertragsmarge verbesserte sich auf 49,5 Prozent. Günstigere Beschaffung und die Zollrückerstattung halfen dabei.
Für 2026 bestätigt Puma das Umsatzziel: ein Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim EBIT engt der Konzern die Spanne ein und rechnet nun mit einem Verlust zwischen 80 und 130 Millionen Euro, zuvor waren es 50 bis 150 Millionen.
Die Investitionen sinken auf rund 150 Millionen Euro statt der geplanten 200 Millionen. Teils liegt das an einer neuen Verbuchung: Bestimmte IT-Ausgaben laufen künftig als operative Aufwendungen.
Anta als neuer Ankeraktionär
Parallel dazu sortiert sich der Aktionärskreis neu. Der chinesische Konzern Anta Sports hat die Anteile der französischen Familie Pinault übernommen und hält 29,9 Prozent. Der Konzern stellt zwei Vertreter im Aufsichtsrat und hat den Vorsitz übernommen.
Puma erhofft sich Einblicke in den chinesischen Markt. Im dritten Quartal sorgte der Einstieg allerdings für Verunsicherung bei chinesischen Großhändlern, deren Nachfrage zurückhaltender ausfiel. Konzernchef Arthur Höld ließ offen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Gespräche darüber soll es geben. Anta unterstütze Strategie und Management, betonte er.
Höld rechnet im Schlussquartal mit einer Fortsetzung des positiven Trends und hält am Ziel fest, 2027 zu profitablem Wachstum zurückzukehren. Die Basis dafür sollen der Abbau von 1.400 Stellen, die Schließung unrentabler Läden und der Fokus auf Kernsportarten legen.
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