MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi schafft Klarheit. Er beendet vorerst alle Spekulationen um ein schnelles Delisting der ProSiebenSat.1-Aktie. Parallel dazu nimmt die europäische Streaming-Strategie des Hauptaktionärs konkrete Formen an.
Joyn wird zum technischen Rückgrat
Ab Januar 2027 will MFE eine neue Plattform in fünf Ländern ausrollen. Das deutsche Portal Joyn dient dabei als technisches Fundament. Während das Design aus Italien stammt, liefert die deutsche Konzerntochter die unterstützende Software für das gesamte Projekt.
MFE will so die Schlagkraft gegenüber globalen Streaming-Riesen erhöhen. Lokale Inhalte sollen dabei die Identität in den jeweiligen regionalen Märkten sichern. Das Ziel ist eine Bündelung der stärksten Elemente von Joyn und dem italienischen Dienst Infinity.
Integration liefert Millionen-Synergien
Der italienische Hauptaktionär kontrolliert inzwischen über 75 Prozent der Anteile. Die Zusammenführung der Konzerne läuft profitabler als ursprünglich erwartet. Im laufenden Jahr erzielte MFE bereits Integrationsvorteile von 160 Millionen Euro.
Damit übertrifft das Unternehmen seine eigenen Prognosen deutlich. Ein fremdfinanzierter Rückkauf der restlichen ProSieben-Anteile ist laut Berlusconi kurzfristig kein Thema. Er setzt stattdessen auf die operative Verzahnung der europäischen Aktivitäten.
Aktienkurs verharrt im Keller
An der Börse hinterlassen diese Pläne bisher kaum positive Spuren. Mit 3,48 Euro notiert das Papier nur knapp über dem Jahrestief. Allein im vergangenen Jahr verlor der Titel rund 51 Prozent an Wert.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 8,43 Euro ist das Papier weit entfernt. Der aktuelle Kurs liegt fast 59 Prozent darunter. Ein Relative Strength Index von 41,9 signalisiert derweil eine neutrale bis schwache Dynamik.
Die Aktie notiert damit weiterhin deutlich unter wichtigen Trendlinien. Der Abstand zum 200-Tage-Schnitt beträgt rund 22 Prozent. Anleger blicken nun auf den Januar 2027, wenn die neue Plattform ihre Bewährungsprobe im Wettbewerb bestehen muss. Das klare Nein zum Delisting liefert bis dahin zumindest eine stabile Basis für die Aktionärsstruktur.
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