Procter & Gamble startet mit einem Wechsel an der Spitze ins neue Jahr. Mit Shailesh Jejurikar übernimmt ein langjähriger Insider das Steuer, während gleichzeitig ein großes Sparprogramm und robuste Zahlen aus Indien die Richtung vorgeben. Entscheidend wird nun, ob der neue CEO den Spagat zwischen Effizienz und Wachstum meistert.
Neuer CEO, großer Sparkurs
Seit heute, Donnerstag, 1. Januar 2026, ist Shailesh Jejurikar offiziell Präsident und CEO von Procter & Gamble. Er folgt auf Jon Moeller, der in die Rolle des Executive Chairman wechselt. Die Nachfolge war bereits Mitte 2025 angekündigt worden, doch mit der formalen Übergabe rückt nun Jejurikars konkrete Agenda in den Mittelpunkt.
Der Führungswechsel fällt in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierung. P&G arbeitet an einem umfassenden Effizienzprogramm, das laut jüngsten Berichten Einsparungen von rund 1,6 Milliarden US‑Dollar bringen soll. Geplant ist insbesondere der Abbau von etwa 7.000 Stellen im nicht-produzierenden Bereich über die kommenden Jahre. Ziel ist eine schlankere Organisation, um Margen zu stützen und Spielraum für Investitionen in Kernmarken zu sichern.
Jejurikar gilt dabei eher als Garant für Kontinuität denn als radikaler Neuanfang: Er ist seit 36 Jahren im Konzern und war seit 2021 als COO eng in die operative Steuerung eingebunden. Vor diesem Hintergrund dürfte er das bestehende Konzept von „Productivity“ und „constructive disruption“ weiterführen – also Kosten diszipliniert senken, ohne Innovationen auszubremsen.
Indien als Wachstumstreiber
Parallel zu den Sparplänen sendet insbesondere das Indien-Geschäft positive Signale. Die indische, nicht börsennotierte Tochter Procter & Gamble Home Products Ltd meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen Gewinnsprung von 19,1 % auf 683,29 crore Rupien. Die Umsätze aus dem operativen Geschäft stiegen um 3,4 % auf 9.054 crore Rupien.
Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von starken Ergebnissen in den Bereichen Fabric Care und Home Care. Das unterstreicht die Bedeutung der Schwellenländer-Strategie: Während in reifen Märkten der Preisdruck und konsumgetriebene Zurückhaltung spürbar sind, liefern Emerging Markets wie Indien weiterhin Wachstum. Die soliden Zahlen aus der Region stützen damit P&Gs „Focus Markets“-Ansatz und wirken als Gegengewicht zu langsameren Trends in Nordamerika und Europa.
Vorsichtige Stimmung am Markt
An der Börse fällt das Bild gemischt aus. Gestern schloss die Aktie bei 143,57 US‑Dollar und liegt damit gut 14 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber klar über dem Zwischentief vom Dezember. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von knapp 74 signalisiert kurzfristig eher eine überkaufte Lage nach einer deutlichen Erholung im letzten Monat.
Auch im Derivatemarkt ist die Zurückhaltung spürbar. Zum Jahresende kam es zu einem markanten Anstieg des Put-Handelsvolumens, also von tendenziell bärischen Positionierungen. Marktbeobachter werten dies als Hinweis auf Absicherungen oder spekulative Wetten rund um den Führungswechsel und die anstehenden Quartalszahlen. Nach einer Phase schwächerer Kursentwicklung – die Aktie hat sich von früheren Niveaus nahe 180 US‑Dollar entfernt – bleibt die Stimmung damit eher abwartend.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Der erste große Test für den neuen CEO steht bereits fest: Am 22. Januar 2026 will P&G die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorlegen. Dann wird Jejurikar erstmals als CEO ausführlich Stellung zur Strategie und zum Fortschritt des Restrukturierungsprogramms nehmen.
Im Zentrum dürften zwei Punkte stehen: Zum einen die Bestätigung oder Anpassung der bisherigen Prognose für das Geschäftsjahr 2026 mit einem organischen Umsatzwachstum von 3–5 % und einem erwarteten Gewinn je Aktie von 6,83 bis 7,10 US‑Dollar. Zum anderen die Frage, wie schnell sich die geplanten Einsparungen in den Margen niederschlagen und ob die starken Emerging Markets – allen voran Indien – die schwächere Dynamik in den Industrieländern kompensieren können. Für Anleger liefert der 22. Januar damit einen klaren Termin, an dem sich die neue Führungs- und Effizienzstrategie erstmals an harten Zahlen messen lassen muss.
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